Campingurlaub im deutschen Nordosten


Reiseroute

Unser erster etwas längerer Campingurlaub sollte uns dieses Jahr an die Ostsee führen, und zwar auf die Halbinsel “Fischland-Darß-Zingst”.
Ulli kannte die Gegend nur aus ihrer Kindheit, für Eric war es völliges Neuland. Da es im Juni dort oben sicher schon recht voll sein würde, buchten wir im Vorfeld eine Woche fest auf dem Campingplatz in Zingst. Irgendwann buchten wir auch noch drei Tage am Schweriner See, aber den Beginn und das Ende der Tour ließen wir erstmal offen.. Insgesamt hatten wir reichlich 2 Wochen Zeit.

An Fronleichnam – in Hessen zum Glück Feiertag – ging es am Nachmittag los. Wir mieden die vollen Autobahnen, fuhren stattdessen über die Rhön. Für die erste Übernachtung entschieden wir uns spontan unterwegs für den Campingplatz “Oberhof Camping” am Lütsche Stausee.
Am nächsten Tag gab es einen Abstecher zu Ulli’s Familie. Von dort aus sollte es dann zur Mecklenburger Seenplatte gehen (Campingplatz Ecktannen in Waren).
Da aber – genau als wir von der Autobahn nach Waren abbogen – heftige Gewitter einsetzten, planten wir spontan um und fuhren direkt weiter an die Ostsee. Wir waren zwar etwas unsicher, ob wir zum Samstagnachmittag einen freien Platz finden würden (da das Wetter an der Ostsee perfekt war), aber wir ließen es drauf ankommen.

In Dierhagen – dort startet die Halbinsel “Fischland-Darß-Zingst” hatten wir direkt beim ersten Campingplatz, auf dem wir anfragten, Glück. Perfekt!

Am nächsten Tag ging es dann für sieben Tage nach Zingst, dann, wie oben schon geschrieben, für drei Tage nach Seehof, nördlich von Schwerin.
Als sich dann nach knapp zwei Wochen der Urlaub dem Ende entgegen neigte, bauten wir noch einen 2-Tage-Stopp in Ilsenburg im Harz ein. Auch dort war die Wettervorhersage perfekt, um den Brocken (der ja viele Tage im Jahr in Wolken gehüllt ist) zu erwandern.

So hatten wir am Ende eine schöne Rundtour durch den deutschen Nordosten mit Schwerpunkt Ostsee erlebt:
Thüringen – Ostsee – Schweriner See – Harz:

Fischland-Darß-Zingst *** Hiddensee *** Schwerin&Schweriner See *** Harz&Brocken


Campingplätze

Wie schon geschrieben haben wir zwei Plätze vorab gebucht: Zingst und Schweriner See. In Zingst war es auch gut so. Obwohl zu unserer Reisezeit keine Ferien waren, war der große Platz jeden Tag fast vollständig belegt. In Schwerin hätten wir auch kurzfristig etwas bekommen, allerdings nicht in der ersten Reihe am See.

Oberhof Camping am Lütsche Stausee  
GPS:50°43'51.0"N 10°45'19.6"EWann: 31.05.18-01.06.18
Preis: 26€ (all inkl.)Anzahl Plätze:ca. 150
Homepage:https://www.oberhofcamping.de/
Beschreibung:Mitten im Wald direkt am Lütsche Stausee gelegen. Ca. 5km (per Rad oder zu Fuss durch den Wald) von Oberhof entfernt. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen, MTB-Touren. Baden im Stausee möglich. Restaurant auf dem Platz.
Ostseecamp Dierhagen  
GPS:54°17'30.3"N 12°20'36.2"EWann: 02.06.18-03.06.18
Preis: ca. 25€ (all inkl.)Anzahl Plätze:ca. 300
Homepage:https://www.ostseecamp-dierhagen.de/
Beschreibung:großzügiger Platz, teilweise in einem Kiefernwald gelegen. Ca. 700 Meter von der Ostsee entfernt. Kleiner Laden auf dem Platz.
Camping am Freesenbruch, Zingst  
GPS:54°26'27.4"N 12°39'39.2"EWann: 03.06.18-10.06.18
Preis: ca. 40€ pro Nacht (inkl Kurtaxe), in der Hochsaison noch teurerAnzahl Plätze:ca. 400
Homepage:https://www.camping-zingst.de/
Beschreibung:großer Campingplatz, nur eine Straße von der Ostsee entfernt. Stellplätze gibt es in verschiedenen Größen. Wir hatten einen Premiumplatz (ca. 120 qm), es gibt aber auch deutlich kleinere. Saubere Duschen (inkl), Restaurant, Imbiss und sehr gut sortierter Laden auf dem Platz.
Ferienpark Seehof am Schweriner See  
GPS:53°41'56.6"N 11°26'26.6"EWann: 10.06.18-13.06.18
Preis: 35€ pro Nacht (alles inkl.)Anzahl Plätze:ca. 200
Homepage:https://www.ferienpark-seehof.de/
Beschreibung:sehr großzügiger Platz am Schweriner See, ca. 8km nördlich von Schwerin. Viele Stellplätze mit direktem Seeblick. Baden im See möglich. Bootsverleih, Restaurant und Cafe auf dem Platz. Kleiner Laden. Sanitäranlagen sauber, Stellplätze großzügig.
Wohnmobilstellplatz Ilsenburg, Harz  
GPS:51°51'16.9"N 10°40'16.2"EWann: 13.06.18-15.06.18
Preis: 8€ zzgl. Kurtaxe (2,50p.P.)
Strom, Duschen, Frischwasser separat
Anzahl Plätze:58
Homepage:https://www.wanderlust-ilsetal.de/wohnmobilstellplatz-ilsenburg-ilsetal/
Beschreibung:idyllisch am Ortsrand direkt am Ilsetal gelegen. Prima Ausgangspunkt, um auf den Brocken zu wandern (ca. 12 km, 900HM). Toiletten, Frischwasser und Strom vorhanden. Zum Stellplatz gehört ein Outdoorgeschäft, wo man während der Ladensöffnungszeiten duschen kann (sehr sauber und groß!)

Insgesamt 5 tolle Plätze, die wir alle weiter empfehlen können. Gerade auf dem Platz in Thüringen hatten wir ja nur ganz wenig Zeit, da wollen wir irgendwann nochmal ausgiebiger hin, um die Wander- und Mountainmöglichkeiten in unmittelbarer Umgebung zu testen.


Fischland-Darß-Zingst

Im Vorfeld stellten wir fest, dass diese Halbinsel in unserem Bekannten- und Kollegenkreis nicht allzu bekannt ist, und waren waren sehr gespannt, was uns da oben erwarten würde.
Unsere Erwartungen wurden vollends erfüllt. Ein wunderbares Stück Natur – herrliche Wälder, viele Radwege und natürlich die Ostsee mit ihren wunderbaren naturbelassenen Stränden.
Zingst selbst, wo wir die meisten Tage auf dem Campingplatz standen, ist allerdings recht überlaufen, sicher da oben der quirligste Ort. Auch der Radweg zwischen Zingst und Prerow war oft sehr voll, die E-Bike-Quote lag locker bei 50%.

Es gibt aber auch ruhige Plätzchen, immer dann wenn man sich etwas weiter von Zingst entfernt. So machten wir tolle Radtouren zum Pramort (einer idyllischen Vogelbeobachtungsstation ganz im Osten der Halbinsel), an den Darßer Ort und Leuchtturm (am nördlichsten Ende), eine große Runde über die komplette Halbinsel über Born, Wieck, Ahrenshoop und dann den Westwald und Prerow zurück (knapp 60 km).
Auch die eine oder andere kleine Wandertour stand auf dem Programm.

Die naturbelassensten Strände findet man am Weststrand – erreichbar nur zu Fuß oder per Rad. FKK oder Textil – existiert hier alles völlig zwanglos und unkompliziert nebeneinander. Mehr los ist an den Stränden der Ostseebäder, dort gibt es auch Strandkörbe auszuleihen. Aber nur wenige hundert Meter nach links oder rechts ist der Trubel auch schon wieder vorbei
Das Wasser hatte hier Anfang Juni um die 15 Grad, also sehr erfrischend. Diese recht niedrigen Temperaturen hielten uns aber nicht davon ab, öfter mal ins Wasser zu springen.

Da wir dort oben wirklich die ganze Zeit perfektes Wetter hatten (zwischen 25 und 30 Grad und immer trocken und sonnig), erlebten wir herrliche Sonnenuntergänge in Dierhagen und mehrfach in Zingst.



Insel Hiddensee

Zwischen der Halbinsel Darf und der Insel Rügen befindet sich die kleine Insel Hiddensee. Man kann diese Insel mit ihrem markanten hügeligen Profil sogar vom Zingster Strand aus sehen.  Da vom Zingster Hafen aus wurden fast täglich Bootstouren auf die kleine Insel Hiddensee angeboten worden, nutzten wir die Gelegenheit für einen Tagesausflug. Mit den Fahrrädern erreicht man den ca.3km entfernten Hafen in nicht mal mehr 15 Minuten. 9:00 Uhr startete das Boot in Zingst, 16:15 Uhr dann auf Hiddensee (in Vitte). Hin- und zurück kostet die Tour p.P. 25 EUR. Die Fahrt sollte pro Strecke 3:15 dauern, so dass man ca. 4 Stunden auf der Insel zur Verfügung hat. Sicher nicht viel, aber für einen ersten Eindruck reichte es. Man könnte auch die Räder mitnehmen, taten wir aber nicht, sondern wollten einen Teil der Insel zu Fuß erkunden. Schon die Bootsfahrt ist bei schönem Wetter ein kleines Highlight für sich. Durch den Zingster Bodden, vorbei am kleinen Städtchen Barth, auch Stralsund zeigte sich in der Ferne. Immer wieder passierten uns kleine Segelboote, die hier zwischen Hiddensee und Rügen unterwegs waren.

Wir liefen am Meer entlang von Vitte nach Kloster und dann weiter hinauf zum Leuchtturm Dornbusch. Wir erwischten mal wieder einen herrlichen Sommertag bei fast 30 Grad. Die Aussicht vom Leuchtturm war sagenhaft – dazu der blaue Himmel und die vom Ginster gelb erblühte Landschaft. Gern wären wir länger geblieben, aber leider blieb uns nicht viel Zeit. Insgesamt wanderten wir in den 3 Stunden ca. 10 Kilometer über die Insel. Diese Insel hätte wirklich mehr Zeit verdient…



Schweriner See & Landeshauptstadt Schwerin

Der Campingplatz “Ferienpark Seehof” liegt ca. 8km nördlich von Schwerin, am Schweriner Außensee. Schweriner Innen- und Außensee bilden Deutschlands drittgrößten Binnensee (nach Müritz und Chiemsee). Der See war im Vergleich zur Ostsee angenehm warm und so nutzten wir ihn abends für eine Abkühlung. Den einen Tag unternahmen wir mit den Rädern einen Ausflug nach Schwerin, schauten uns dort den Schlossgarten und Burggarten an und bummelten durch die Stadt.

Am zweiten Tag umrundeten wir den kompletten Schweriner See (Außen und  Innensee) mit den Rädern. Diese Tour wird auch die “Blaue Acht” genannt und ist ca. 65 km lang. Kurz vor Ende kamen wir dabei nochmal durch Schwerin, wirklich eine besonders schöne Landeshauptstadt, die so mitten in die Seenlandschaft eingebettet ist.



Harz & Brocken

Eine Wanderung auf den Brocken stand schon länger auf unserer Wunschliste und da die Wettervorhersage so gut war, bot sich dieser Zwischenstopp auf der Rückreise an. Es gibt ja mehrere Wege, die auf den Gipfel führen (der Goetheweg ab Torfhaus, durch’s Eckerloch bei Schierke, der Heinrich-Heine-Weg ab Ilsenburg oder Bad Harzburg). Wir entschieden uns für den Heinrich-Heine-Weg ab Ilsenburg, weil es dort direkt am Startpunkt der Wanderung einen Stellplatz gibt, der sich im Internet sehr gut anhörte. So war es auch, der Platz lag am Ende des Ortes, unweit des Wanderparkplatzes und sehr idyllisch direkt am Ilsetal.

Wir starteten unsere Tour morgens gegen 8:00 Uhr – ca. 13km und 900 Höhenmeter später erreichten wir den Gipfel. Der Heine-Weg ist toll, er führt die ersten Kilometer wunderschön durch’s Ilsetal. Nur die letzten 3 km sind eine größere Herausforderung. Monoton über Platten und ziemlich steil geht es zum Gipfel. Oben schien die Sonne und es war warm. Für den Brocken sicher nicht das typischste Wetter, aber für uns prima.
Am Gipfel war es recht voll, da man den Berg nicht nur zu Fuß, sondern auch mit der Brockenbahn “erklimmen” kann. Diese schüttet regelmäßig Touristenmassen auf dem Berg aus, und an so einem Schön-Wetter-Tag sicher besonders viele. Egal, wir ließen uns von den vielen Bahntouristen unser Gipfelglück nicht trüben. Irgendwann ging es den gleichen Weg wieder zurück. Eine tolle Tour – mit ihren 26km und 900 Höhenmeter aber auch “kein Spaziergang”.


Wetter

Wie schon mehrfach geschrieben, hatten wir durchweg tolles Wetter. An der Ostsee klagten die Einheimischen teilweise über die Trockenheit, denn seit sieben Wochen gab es keinen einzigen Regentropfen. Tatsächlich regnete es da oben zum ersten Mal am Tag unserer Abreise (als wir schon weg waren). Auch die Temperaturen waren so, wie man es Anfang Juni sicher nicht besser treffen kann – 25-30 Grad.
Am Schweriner See war es etwas kühler, aber ebenfalls komplett trocken und auch der Harz zeigte sich von seiner besten Seite. Regen und Gewitter erlebten wir nur ab und zu an unseren Fahrtagen, während wir im Auto saßen. Da hatten wir also wirklich richtiges Wetterglück in den zwei Wochen.


Fazit

Es müssen nicht immer die großen weit entfernten Ziele sein, um einen herrlich erholsamen Urlaub zu erleben. Auch in Deutschland gibt es tolle Ecken und eine sehr abwechslungsreiche Natur. Schade nur, dass man wahrscheinlich nicht immer so viel Glück beim Wetter hat.

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