Kastenwagen optimiert auf wenig Platz – Teil 3 (das Bett)

Über ein Jahr haben wir nun schon unseren Vantourer und sind uns sicher, dass ein Kastenwagen prima zu uns passt. Mehr Platz brauchen wir nicht – Küche, Bad, Stauraum, Bett – alles dabei. (Wie wir uns mit dem vorhandenen Platz arrangieren und was wir dabei optimiert haben, kann man in unseren Blogbeiträgen aus dem letzten Jahr “Kastenwagenoptimierung” und “Kastenwagenoptimierung Teil 2 nachlesen.)

Und doch mussten wir uns mit der Zeit eingestehen, dass wir auf unserem Querbett nicht perfekt schlafen. Zum einen ist da erstmal das kleinere Bett. Es ist 1,94 lang und 1,50 breit. Für sehr große Menschen ist das sicher zu kurz, für uns passt es ganz gut (für mich natürlich besser als für Eric – ich kann genauso ausgestreckt schlafen wie daheim). Die Bettbreite bedeutet auch eine kleine Einschränkung gegenüber daheim, ist aber eigentlich ausreichend. Die ersten Nächte ist man noch ab und zu an die Fensterjalousien geeckt, aber das war dann schnell vorbei. Mit Längsbetten, die man alternativ zum Querbett auch beim Vantourer erhalten kann, ist man beim Schlafen vermutlich besser dran, allerdings fehlt dann der Platz entsprechend im Sitzbereich (schmalerer Tisch) und vor allem in der Küche (kleinere Küchenzeile, weniger Stauram, kleinerer Kühlschrank). Das wollten wir bewusst nicht.

Wenn wir nicht so gut geschlafen haben, lag es aber nicht an der Größe des Bettes, sondern an den Matratzen. Die standardmäßig ausgelieferte 3-geteilte Matratze ist eigentlich nicht so schlecht. Aber sie ist recht dünn und das Kopf- und das Fussteil liegen auf den Kästen für Wassertank und Heizung, also direkt auf den Brettern. Es ist also ganz schön hart und auch ein dicker Matratzenschoner konnte dem nicht ausreichend entgegenwirken.

Also haben wir im Winter überlegt, hier unseren Vantourer weiter zu optimieren. Zunächst dachten wir über neue Matratzen nach. Man muss im Internet nicht lange suchen und findet kleine mittelständige Betriebe, die sich auf maßangefertigte Matratzen, insbesondere eben auch für Wohnmobile, spezialisiert haben. Angeblich mit sehr zufriedenen Kunden, allerdings auch zu einem recht hohen Preis.

Eher zufällig sind wir irgendwann im Internet auf Bettsysteme gestoßen, die man angeblich druckentlastend unter der Matratze verbaut. Das ist ein Federsystem, welches man im Baukastenprinzip zusammenbaut und zwischen Lattenrost / Kästen und die Matratze legt. Auch hier haben wir viele positive Rückmeldungen im Netz gelesen. Das bestärkte uns, die Sache mal auszuprobieren.

Wir nutzten also ein Wochenende, an dem wir aufgrund einer Fiat-Rückrufaktion unseren Camper nicht bewegen durften, und bastelten dieses Federsystem zusammen.

Zunächst montierten wir ein Auflagegitter, das wir als Meterware dazu bestellen konnten, auf den Bereich, wo sich der Lattenrost befand:

Darauf wurden jetzt die Spannkreuze ausgelegt. Je nach Körpergewicht kann man diese mit engerem oder weiterem Abstand miteinander verklippen. Auf diese Spannkreuze kommt dann jeweils ein Federelement – in den Reihen, wo sich die Schultern befinden, etwas weichere Federelemente (hellblau).

Der Aufbau ist eigentlich kinderleicht, nur ein wenig fummelig.

Bei Bedarf kann man auch noch ein Zusatzset erwerben, wo halbe Federelemente für die Ecken oder den Randbereich enthalten sind. Das war bei uns aber zum Glück nicht nötig, es hat optimal in Breite und Länge gepasst. Wir haben 8 Elemente in der Breite und 10 in der Länge verbaut und nur in den 2 Ecken an der Hecktür jeweils ein Element ausgespart.

Eine Woche später ging es mit unserer neuen Matratzenkombination (und dem reparierten Fiat) in ein Campingwochenende. Wir waren sehr gespannt, ob wir einen Unterschied spüren würden und wie er sich wohl anfühlen würde. Und was sollen wir sagen – wir haben tatsächlich besser gelegen. Die Matratzen haben sich fast so angefühlt, wie unser Bett daheim. Und dass wir jetzt einige Zentimeter höher liegen, haben wir auch nicht gemerkt. Kaum zu glauben, dass diese Unterlage das erreichen konnte, denn die Matratzen waren ja immer noch die dünnen, die zur Standardausstattung gehörten. Aber sie geben jetzt einfach besser nach (ohne zu weich zu sein).

Die langen Campingurlaube kommen zwar erst noch, aber wir sind uns sicher, dass sich diese Investition auf jeden Fall schon mal gelohnt hat. Vielleicht wird es trotzdem irgendwann nochmal maßangefertigte Matratzen geben. Aber im Moment sind wir so mit unserem Campingbett zufrieden.

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  1. Pingback:Platzoptimierung im Kastenwagen - Teil 2 (Küche & Bad)

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