Camping in Namibia – ein Erfahrungsbericht aus 2022

Wir haben in den letzten Jahren sehr viel Campingerfahrung sammeln dürfen – in Deutschland, Frankreich, Norwegen, Schweden, aber auch in den USA und in Kanada. Nun kam ganz neu unser erstes Land auf dem Afrikanischen Kontinent dazu.

(zum ausführlichen Reisebericht “Namibia 2022” gehts hier entlang)


Die Campingplatzbuchung

Wir hatten uns recht schnell dafür entschieden, all unsere Plätze von zu Hause vorzubuchen und das auch mit entsprechendem Vorlauf. Wir wussten aus diversen Reiseberichten im Netz, dass viele tolle Campgrounds nur sehr wenige Stellplätze haben, die, wenn man Pech hat, schon Monate im Voraus ausgebucht sind. Oft liegen die Campingplätze auch sehr weit auseinander, wir hatten wenig Lust, unterwegs auf die Suche zu gehen. Man muss dabei auch bedenken, dass wir bereits 2019 alles geplant und gebucht hatten, also noch vor Corona. Während der Coronazeit gab es sicher Phasen, wo es überhaupt kein Problem gewesen wäre, an tollen Plätzen auch spontan unterzukommen. Auch wir haben das dann teilweise vor Ort so erlebt.

Wir waren rückblickend aber wirklich sehr froh, alles durchgebucht zu haben. Da das Wetter durchgängig stabil war, war es gar kein Problem, unsere vorgeplante Route so zu fahren. Wir haben unterwegs keine Spontanität vermisst.

Für das Buchen der Campingplätze haben wir uns Unterstützung gesucht. Sowohl unserem Bushcamper als auch alle Unterkünfte (Campingplätze, Guesthouses, Lodges) haben wir über die Agentur “Namibia Click & Travel” buchen lassen. Dafür haben wir pro Campingplatz eine kleine Servicegebühr bezahlt, mussten uns aber um nichts kümmern und konnten am Ende alles zusammen bezahlen. Insbesondere auch die coronabedingten Umbuchungen nahmen die Mädels vor und ersparten uns jede Menge Arbeit.

Wir können es uneingeschränkt weiterempfehlen, solch einen Service in Anspruch zu nehmen. Man muss dann nicht jede einzelne Unterkunft einzeln bezahlen, zahlt den Großteil erst ca. zwei Monate vor Reisestart und muss sich auch nicht um die Buchungsfristen kümmern (manches wurde ein Jahr vorher gebucht, anderes ging z.B. erst vier Monate vor Reisestart…)


Die Auswahl der Unterkünfte

Wie oben schon geschrieben, wählten wir zur Übernachtung schwerpunktmäßig Campingplätze. Hier gaben wir uns bei der Auswahl große Mühe, denn viele Plätze sind etwas Besonderes und schon für sich ein Highlight. Sie liegen nicht nur landschaftlich reizvoll, es werden oft auch Touren angeboten und die Stellplätze sind sehr großzügig. Wir hatten tolle Campingplätze auf Farmen (wie z.B. Kalahari Bagatelle, Mount D’Urban, Omatozu, Koiimasis), die sehr gut ausgestattet waren. Wir waren aber auch auf Plätzen, die ganz einfach, dafür aber einsam bzw. landschaftlich besonders reizvoll waren, wie z.B. an der Blutkuppe oder der Spitzkoppe.

In den Nationalparks entschieden wir uns für die NWR-Campgrounds, weil diese eine besonders günstige Lage zum Erkunden der Parks haben. Die Plätze waren etwas zweckmäßiger und größer, haben uns aber trotzdem gefallen (Sesriem und im Etosha Nationalpark die Camps in Okaukuejo, Halali & Namutoni).

Zweimal gönnten wir uns unterwegs eine feste Übernachtung. Unser absolutes Highlight war die Übernachtung im “Barkhan Dune Retreat”, einer Lodge nördlich von Solitaire. Eine tolle Unterkunft in herrlicher Landschaft, noch dazu waren wir an diesem Tag die einzigen Gäste. Den Bungalow auf der Bambatsi Farm haben wir vor Ort ganz spontan gebucht, eigentlich hatten wir dort einen Campingplatz gebucht, aber uns stand der Sinn eher nach einer festen Unterkunft mit Verpflegung.


Das Besondere am Campen in Afrika

Landschaftlich liegen die Plätze meistens in toller Umgebung.  So lange es hell ist, oft ein Traum. Auch die Sonnenuntergänge sind farblich ein echter Hingucker. Aber die Sonne geht hier schnell unter, richtig schnell. Wenn man den Moment fotografisch einfangen will, hat man nicht viel mehr als einen Versuch. Auch die besondere Lichtstimmung vor und nach Sonnenuntergang währt nicht lang. Und dann ist es dunkel. Je nach Campingplatz kann das bedeuten, dass weit und breit kein Licht ist, außer das der Stirnlampe und des Lagerfeuers – falls man es schon angezündet hat. Diese Dunkelheit hält dann ca. 12 Stunden an.

Die Farmgelände oder auch Nationalparks, auf denen wir übernachtet hatten, waren eingezäunt. Allerdings waren das teilweise sehr große Gelände und viele Tiere, wenn auch nicht die gefährlichen Raubkatzen, lebten auf dem Gelände. So passierte es schon mal, dass ein Oryx am Lagerfeuer vorbeilief oder dass sich das Rascheln abends neben dem Campingstuhl als ein vorbeistreifendes Stachelschwein entpuppte.

Es gibt also viele Gründe für ein Lagerfeuer – Dunkelheit, die teilweise stark abnehmenden Temperaturen nach Sonnenuntergang, die Tiere und nicht zuletzt der Hunger, denn irgendwie musste das Fleisch abends ja gegrillt werden.

Auch die Nächte im Camper waren etwas Besonderes. Mit so einem Aufstelldach ist man der Natur sehr nahe. Das Dachzelt war an drei Seiten offen, hatte nur ein Fliegengitter. Man konnte also auch vom Bett aus den Sternenhimmel beobachten oder auch die Tiere hören. Aufregend!


Die Ausstattung der Campingplätze

Die Plätze waren ausgesprochen groß. Selbst auf den engeren NWR-Plätzen (Sesriem / Etosha) waren die Plätze verglichen mit Europa großzügig. Man hatte immer eine Grillstelle, oft eine auch eine Sitzgelegenheit.

Auf den privaten Plätzen war es noch weitläufiger, teilweise konnte man den Campingnachbarn kaum sehen und auch nicht hören. Besonders weitläufig sind uns die Bagatelle, Kooimasis und die Spitzkoppe in Erinnerung geblieben.

Sanitäranlagen haben wir ganz unterschiedlich erlebt. Einige der Plätze hatten eigene Ablutions. Das konnte ein geschlossenes Häuschen (Bagatelle, Omatuzu), oder auch ein “Open-Air”-Raum sein (Madisa, Mount D’Urban, Waterberg Plateau Camp), wo man seine eigene Dusche, Waschbecken und Toilette hatte. Auf der Kooimasis teilten wir uns Toilette und Dusche mit den wenigen anderen Campern.

Auf den Nationalpark-Campgrounds gab es größere Gemeinschaftstoiletten und -duschen. Das war vielleicht nicht ganz so “luxuriös” wie die eigenen Häuschen, andererseits war es hier abends und nachts auch nicht so dunkel und einsam, da fiel der Gang zur Toilette manchmal sogar leichter 😉 .

An der Spitzkoppe hatten wir ein Stück entfernt unser “eigenes” Trockenklo. An der Blutkuppe gab es ein Dixie-Klo, sonst nichts.

Abgesehen von Blutkuppe und Spitzkoppe gab es an allen Plätzen eine Art “Spülküche” – entweder direkt am Platz oder eben an den Gemeinschaftseinrichtungen.

Wäsche konnte man gut mit der Hand spülen, sie trocknete in kürzester Zeit.


Unser Top-Campingplätze

Das ist gar nicht so einfach, denn es gibt so viele verschiedene Kriterien, die einen guten Campingplatz ausmachen können.

  • Landschaft, Idylle, Einsamkeit
  • Lage/Umgebung, also was man in der Nähe unternehmen kann
  • Großzügigkeit des Platzes – Sonne / Schatten
  • Art der Sanitäranlagen
  • was gibt es noch so (Pool, GameDrives, Bar, Essen)
  • was haben wir dort erlebt

Hier ein Versuch, einige für uns ganz besondere Plätze herauszuheben

  • Spitzkoppe (eingebettet in toller Landschaft, super Sternenhimmel, sehr weitläufig, eigener “Hausberg”)
  • Kalahari Bagatelle (das war das Gesamtpaket – tolle Lage, Gamedrive, Essen)
  • Blutkuppe (Einsamkeit in toller Landschaft)
  • Koiimasis Ranch
  • Madisa Camp

Wir hatten auf unserer Reise wirklich keinen einzigen schlechten Platz und können eigentlich alle Plätze genauso weiterempfehlen. Insofern hätten wir auch noch andere Plätze in die “Top-Liste” aufnehmen können.


Übersicht all unserer besuchten Campingplätze

Im folgenden werden alle Campingplätze, die wir auf unserer 2022er Reise besucht haben, zusammen mit ein paar Infos, einer kurzen Beschreibung und einer Handvoll Bilder aufgeführt (die Liste wird nach und nach ergänzt).

Weiter unten sind auch die zwei Guesthouses und Lodges aufgeführt.


Bagatelle Kalahari Game Ranch, Marienthal  
GPS: 24°18'01.8"S 18°01'58.6"EWann: 29.04.22-01.05.22
Preis: 450 NAD p.P./Ü.Anzahl Plätze:5
Homepage:https://bagatelle-lodge.com/deLink zu unserem Reisetag:Tag 2 und Tag 3
Art des Platzesprivate Farm
Beschreibung:große Farm / Lodge mit 5 idyllisch gelegenen einsamen Campingplätzen
jeder Platz mit eigenem Haus für Toilette / Dusche
Gamedrives / Dinner können in der Lodge gebucht werden
viele Tiere auf dem Gelände
Feuerholzverkauf (großer Sack) für 120 NAD
unsere Bewertung:Landschaft / Idylle (****), Unternehmungen (*****), Ausstattung (****)



Mount D'Urban Camp, Helmeringhausen  
GPS: 25°42'26.1"S 16°51'00.2"EWann: 01.05.22-02.05.22
Preis: 195 NAD p.P./Ü.Anzahl Plätze:10
Homepage:https://www.mountdurban.com.na/Link zu unserem Reisetag:Tag 4
Art des Platzesprivate Farm
Beschreibung:- Tolle Lage mit herrlicher Fernsicht
- 10 gleiche Sites am Rim entlang, nur 3 belegt
- Sanitär/Küche pro Campsite - im Freien, ganz toll, schöner Feuerring, gute Beleuchtung, USB-Steckdosen
- Pool, Spielplatz, div. Wanderwege, 4x4 Drive auf Hügel möglich
- Besitzer kam mehrmals vorbei - Möglichkeit zum Einkauf (Brot, Datteln, Holz, Fleisch, Wurst…)
unsere Bewertung:Landschaft / Idylle (****), Unternehmungen (***), Ausstattung (*****)



Koiimasis Ranch Campsite, Helmeringhausen  
GPS: 25°54'44.9"S 16°16'03.0"EWann: 02.05.22-04.05.22
Preis: 250 NAD p.P./Ü.Anzahl Plätze:4
Homepage:https://www.namibia-farm-lodge.com/Link zu unserem Reisetag:Tag 5 und Tag 6
Art des Platzesprivate Farm
Beschreibung:- etwas mühsame Anfahrt aber sehr lohnend
- Rezeption. Von 8-13 und 15-17 besetzt (ca. 1km von den Campsites entfernt)
- große Farm mit vielen Tieren
- vier Campsites, sehr idyllisch, allerdings muss man sich Toiletten (2) und Duschen teilen
- Grillstelle und separat sehr schöner Feuerring
- Man kann Fleisch, Eier, Holz kaufen
- ca. 800m zur "Fest in Fels Lodge"
unsere Bewertung:Landschaft / Idylle (*****), Unternehmungen (***), Ausstattung (****)



Sesriem Campsite - NWR, Sesriem  
GPS: 24°29'10.6"S 15°47'56.5"EWann: 04.05.22-06.05.22
Preis: 490 NAD p.P./Ü. + NP-EintrittAnzahl Plätze:44
Homepage:https://www.nwr.com.na/resorts/sesriem-campsite/Link zu unserem Reisetag:Tag 7 und Tag 8
Art des Platzesstaatlicher Campground
Beschreibung:- Campingplatz ist dem Nationalpark angeschlossen, man muss NP-Eintritt zusätzlich bezahlen (bei 2 Übernachtungen 700 NAD)
- hatten schöne Site, schattig, mit Steinen eingefasst, Feuerring und Strom inkl.
- Platz war nicht sehr voll, Swimmingpool
- Sanitär ein Stück zu laufen und eher zweckmäßig
- kleiner Laden und Bistro/Bar nähe Rezeption, Wifi-Voucher die nur vorn funktionierten
- Abendessen in nahegelegener Lodge empfehlenswert
- Lage für Parkbesuch perfekt
unsere Bewertung:Landschaft / Idylle (***), Unternehmungen (*****), Ausstattung (***)



Camp an der Blutkuppe - Namib Naukluft Nationalpark
GPS: 22°50'47.8"S 15°22'40.4"EWann: 07.05.22-08.05.22
Preis: 175 NAD p.P. (fürs Permit)Anzahl Plätze:ca. 15
Homepage:https://www.camp-namibia.com/reiseziel/blutkuppeLink zu unserem Reisetag:Tag 10
Art des Platzesstaatlicher Campground
Beschreibung:- Permit erforderlich, fcfs
- Gerade die Sites auf der Rückseite sind toll (4x4 erforderlich), wir hatten #10
- herrlich einsam, mit super Sternenhimmel nachts
- Dixiklos vorhanden, aber nicht sehr sauber, kein Wasser
- Rock Sculpture Trail in der Nähe
unsere Bewertung:Landschaft / Idylle (*****), Unternehmungen (****), Ausstattung (**)

*** Bilder folgen zeitnah ***


Spitzkoppe Camp
*** folgt ***


Madisa Camp
*** folgt ***


Okaukuejo Camp
*** folgt ***


Halali Camp
*** folgt ***


Namutoni Camp
*** folgt ***


Onguma Camp
*** folgt ***


Waterberg Plateau Camp
*** folgt ***


Omatozu Guest Farm & Camp
*** folgt ***


Übersicht unserer besuchten Guesthouses und Lodges:

Londiningi Guest House, Windhoek  
GPS: 22°32'41.9"S 17°05'21.4"EWann: 28.04.22-29.04.22
Preis: 1446 NAD (DZ+Frühstück)
Homepage:Link zu unserem Reisetag:Tag 1
Art des PlatzesGuesthouse
Beschreibung:kleines, sehr schönes Guesthouse, saubere Zimmer, Pool
gutes leckeres Frühstück, Abendessen möglich
nicht allzu weit von Joes Beerhouse entfernt



Barkhan Dune Retreat, Namib-Wüste  
GPS: 23°45'43.7"S 16°02'07.0"EWann: 06.05.22-07.05.22
Preis: 3400 NAD (Bungalow+Abendmenu+Frühstück)
Homepage:https://www.barkhan.africa/Link zu unserem Reisetag:Tag 9
Art des PlatzesLodge
Beschreibung:- Tolle Lodge in traumhafter Lage
- Moderne, wunderschöne Chalets
- Pool, Fat-E-Bikes
- Wir waren die einzigen Gäste, ganz leckeres Essen (Abendmenu+Frühstück)
- Laundryservice für 150NAD möglich
unsere Bewertung:Landschaft / Idylle (*****), Unternehmungen (***), Ausstattung & Service (*****)



Namib Guesthouse, Swakopmund
*** folgt ***


Bambatsi Guest Farm
*** folgt ***


Campingerfahrungsberichte aus früheren Reisen:

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