Camping in Norwegen & Schweden – ein Erfahrungsbericht aus 2020

Nach 2017 und 2018 war das unsere dritte Camperreise in Norwegen und Schweden, trotzdem war vieles anders als in den Vorjahren. Wir waren im “Coronajahr” unterwegs, also einem Jahr, in dem so ziemlich alles anders lief, als sich das die meisten noch am Jahresanfang vorgestellt hatten. Je länger unsere Reise dauerte und je weiter wir in den Norden kamen, desto weniger Touristen aus nicht-skandinavischen Ländern begegneten uns. Das war auch nicht weiter verwunderlich, denn den meisten europäischen Touristen war zu diesem Zeitpunkt schon seit mehreren Wochen die quarantänefreie Einreise nach Norwegen verwehrt. Auch Touristen aus Schweden wurden nur sehr restriktiv in’s Land gelassen. Uns fehlt zwar der Vergleich, wir hatten aber den Eindruck, dass z.B. die Lofoten ohne Corona-Einschränkungen viel voller gewesen wären.

Viele Norweger haben allerdings wohl im Coronajahr ihre Liebe zum Campen entdeckt, auffällig viele Einheimische sind uns deshalb, zumindest auf Campingplätzen, begegnet.

Vorgebucht hatten wir keinen einzigen Platz, hatten eigentlich auch nie Mühe, einen Platz für die Nacht zu finden.

Hilfreich waren für uns dabei insbesondere die Apps “Campercontact” und “Park4Night”.


Campingplätze

Eigentlich sind wir ja bekennende Campingplatz-Fans. Wir mögen es, einen großzügigen Platz in der Natur zu haben, wo man morgens und abends auch mal in der Sonne sitzen kann. Doch diesmal steuerten wir gar nicht sehr oft Campingplätze an. Es lag nicht am Mangel der Plätze – da hätten wir immer etwas gefunden – es hatte andere Gründe:

  • Bedingt durch unsere Reisezeit und Reiseziel (Herbst und Norden) war es recht früh kühl und öfter nass, so dass es – obwohl wir da wirklich “hart im Nehmen” sind – kaum Gelegenheit gab, um abends im Freien zu Essen. Mit zunehmender Reisezeit wurde es auch immer früher dunkel. Man verbrachte den Abend also ohnehin im Camper.
  • An den Abenden mit guter Nordlichtprognose war uns ein Platz mit möglichst wenig Lichtverschmutzung wichtig.
  • Zu guter Letzt hatten wir Anfang das Jahres unseren Camper mit einer Solaranlage ausgestattet, die uns beim Reisen noch unabhängiger machte.

Das führte dann dazu, dass wir eher selten Campingplätze ansteuerten. Das taten wir insbesondere dann, wenn wir mal wieder etwas ausgiebiger duschen wollten, das Wetter sehr schlecht war und wir viel Zeit im warmen Camper verbringen wollten bzw. nasse Klamotten trocknen mussten, oder auch dann, wenn mal wieder eine Wäsche für unsere Klamotten anstand.

Die Campingplätze, die wir auf unserer Reise ansteuerten, hatten fast immer eine tolle Lage, fast immer direkt am Wasser. Preislich waren sie gefühlt etwas teurer als in den Vorjahren, aber immer noch ziemlich günstig. Das Einchecken ist viel unkomplizierter als in anderen europäischen Ländern – es gibt keine Mittagspause, man zahlt entweder direkt beim Kommen oder, falls die Rezeption geschlossen ist (was uns in der Nachsaison öfter passierte), sucht man sich einfach einen netten Platz auf der Wiese und zahlt irgendwann am Abend, wenn die Rezeption für ein oder zwei Stunden besetzt ist.


Wohnmobilstellplätze

Wie der obere Abschnitt schon vermuten lässt, haben wir dieses Jahr viele Nächte auf Stellplätzen verbracht. Teilweise waren das offiziell ausgewiesene Stellplätze (wie z.B. in Uttakleiv oder Eggum auf den Lofoten), wo man auch Frischwasser vorfand und teilweise sein Abwasser entsorgen konnte. Teilweise waren es Wanderparkplätze, wo man ganz offiziell als Camper ein 24h-Ticket kaufen konnte und zumindest eine Trockentoilette hatte. Das erlebten wir z.B. in den Lyngen-Alpen.

Auch die Stellplätze, die wir ansteuerten, waren immer toll in der Natur gelegen, eigentlich auch immer in Wassernähe. Bezahlung funktionierte hier entweder per Kreditkarte oder über eine ParkingApp.


“Wildes Camping”

“Wildes” Campen war etwas, das wir auf dieser Reise sehr ausgiebig genutzt haben. Uns ging es dabei weniger darum, Geld zu sparen. Vielmehr suchten wir uns ganz oft Plätze mit möglichst wenig “Lichtverschmutzung” und idyllischer Naturlage – immer in der Hoffnung, nachts auf Polarlichtjagd gehen zu können. Wir suchten dabei ausschließlich Plätze auf, die wir über die oben genannten Apps fanden und auf denen das Parken auch nicht generell verboten war. Das waren z.B. Picknickplätze (z.B. auf Senja oder am Küstenwegen in Norwegen oder auch an der E45 in Schweden). Wenn man Glück hatte, gab es auch hier Toiletten. Die Plätze, die wir ansteuerten, hatten wir manchmal ganz für uns allein, manchmal teilten wir sie uns mit wenigen anderen Campern.


Zusammenfassend kann man sagen, dass wir in noch keinem anderen Urlaub so viele wunderschöne, und oft auch einsame Übernachtungsplätze gefunden haben. Deshalb ist es auch gar nicht so leicht, hier unsere Top-Plätze aufzustellen.

Camping
  • Lofoten Beach Camp Skagsanden
  • Torghatten Camping, Bronnoysund
  • Skittenelv Camping, Tromso
  • Sandvika Camping, Lofoten
  • Fjordbotn Camping, Senja
Stellplätze
  • Eggum Lofoten
  • Stellplatz Uttakleiv
  • Picknickplatz an der E45 (Schweden), in der Nähe von Sjövägen
  • Rastplatz an der FV17 (Kystriksveien) , am Grungstadvatnet

 

Im Folgenden stellen wir euch unsere besuchten Plätze vor – in der Reihenfolge der Übernachtungen. Die Plätze werden nach und nach eingefügt – parallel zum Schreiben des dazugehörigen Reiseberichts.


Telemark Kanalcamping, Lunde, Norwegen  
GPS:59°17'52.6"N 9°05'27.2"EWann: 27.08.20-28.08.20
Preis: 270 NOK inkl. StromAnzahl Plätze:ca. 150 (parzelliert)
Homepage:https://kanalcamping.no/Link zu unserem Reisetag:Tag 3
Beschreibung:- sehr gepflegt, kleiner Laden an der Rezeption,
- Sanitär in Containern, aber sauber, warm und großzügig,
- viele Norweger, gerade am Wochenende
- Wandern und Radfahren in unmittelbarer Umgebung möglich, Bootsvermietung
- Schleuse Lunde fußläufig erreichbar
unsere Bewertung:4 Sterne



Elstad Camping, E6 bei Ringebu, Norwegen  
GPS:61°30'06.8"N 10°10'08.4"EWann: 28.08.20-29.08.20
Preis: 260 NOK, (Strom 30, Duschen 10 extra)Anzahl Plätze:ca. 100 (nicht parzelliert)
Homepage:gibt es nichtLink zu unserem Reisetag:Tag 4
Beschreibung:- nahe E6, trotzdem sehr ruhig und toll am Wasser gelegen
- sehr gepflegtes Sanitär
- nicht weit nach Ringebu oder den Rondane NP
unsere Bewertung:4 Sterne



Flakk Camping, Trondheim, Norwegen  
GPS:63°27'00.0"N 10°12'08.2"EWann: 29.08.20-30.08.20
Preis: 315 NOK, (Strom 45 extra, Duschen inkl.)Anzahl Plätze:ca. 50 (nicht parzelliert)
Homepage:http://www.flakk-camping.no/Link zu unserem Reisetag:Tag 5
Beschreibung:- schließt bereits Anfang September
- ca. 12km von Trondheim entfernt, nett am Trondheimfjord gelegen, allerdings hört man die Fähre
- Sanitär eher einfach
unsere Bewertung:3 Sterne



Boondocking FV17 am Grungstadvatnet  
GPS: 64°34'35.6"N 12°14'40.8"EWann: 30.08.20-31.08.20
Preis: kostenlosAnzahl Plätze:max. 3-4
Homepage:Park4Night-EintragLink zu unserem Reisetag:Tag 6
Beschreibung:- über Campercontact / park4Night gefunden
- Picknickplatz leicht von der Straße entfernt, direkt am Wasser mit Tisch und Feuerstelle
- haben hier Nordlichter gesehen
- nebenliegende Waldfläche wurde gerade gerodet, ggf. wird hier etwas anders hingebaut
unsere Bewertung:5 Sterne



Torghatten Camping, Brønnøysund, Norwegen  
GPS: 65°23'34.9"N 12°05'56.1"EWann: 31.08.20-01.09.20
Preis: 280 NOK ohne Strom
(Strom wäre 60 NOK gewesen)
Anzahl Plätze:ca. 200
Homepage:https://torghatten.net/camping/Link zu unserem Reisetag:Tag 7
Beschreibung:- sehr schöne Lage unweit des Trailheads direkt am Wasser (Hurtigroute führt hier lang)
- Sanitär modern und sauber, war ganz gut besucht, im Sommer sicher voll
- Restaurant war bei uns geschlossen
- ca. 12km von Brønnøysund entfernt (kleine ruhige Stichstraße)
unsere Bewertung:4 Sterne



Boondocking FV17, Nähe Tjongsfjorden, Norwegen  
GPS: 66°38'47.5"N 13°32'00.9"EWann: 01.09.20-02.09.20
Preis: kostenlosAnzahl Plätze:max. 5-6
Homepage:Park4Night-EintragLink zu unserem Reisetag:Tag 8
Beschreibung:- über Park4Night gefunden
- toller Platz, mit Picknicktischen und Blick aufs Wasser, sicher auch ideal, um Polarlichter zu fotografieren
- nachts sehr ruhig, trotz Nähe zur Straße
unsere Bewertung:4 Sterne



Lofoten Beach Camp, Skagsanden, Norwegen  
GPS: 68°06'11.8"N 13°17'41.9"EWann: 02.09.20-03.09.20
22.09.20-23.09.20
Preis: 280 NOK ohne Strom
(wäre 40 NOK extra gewesen)
Anzahl Plätze:80-100
Homepage:https://www.lofotenbeachcamp.no/Link zu unserem Reisetag:Tag 9
Beschreibung:- herrliche Lage mit Blick auf Meer und Fels, man steht in den Dünen, insbesondere wenn man keinen Strom braucht
- viele VW-Busse und Zelter hier, Santiär in Containern
- für uns der schönste Campingplatz auf den Lofoten aufgrund seiner Lage
- schließt ca. Mitte-Ende September
unsere Bewertung:5 Sterne



Stellplatz Uttakleiv Beach, Lofoten, Norwegen  
GPS: 68°12'33.6"N 13°30'19.6"EWann: 03.09.20-04.09.20
19.09.20-20.09.20
26.09.20-27.09.20
Preis: 250 NOK Anzahl Plätze:ca. 15-20 Camper, Zelte "unbegrenzt" auf der Wiese
Homepage:keine Homepage - Link nur NorcampLink zu unserem Reisetag:Tag 10, Tag 26, Tag 33
Beschreibung:- herrliche Lage direkt am Meer - super Fotospot, perfekt, um Polarlichter zu fotografieren
- Toiletten, Frischwasser und Dumpingmöglichkeit vorhanden, kein Strom, keine Duschen
- relativ viele Tagestouristen unterwegs, dadurch tagsüber oder auch bei Polarlicht etwas unruhig
- Rad/Fußweg an der Küste entlang zum Haukland Beach (ca. 3-4km)
- einer unserer Lieblingsplätze auf den Lofoten
unsere Bewertung:5 Sterne


Lyngvær Lofoten Bobilcamping, Kleppstad, Norwegen  
GPS: 68°13'31.3"N 14°13'01.3"EWann: 04.09.20-05.09.20
Preis: 275 NOK, Strom 25 NOK extraAnzahl Plätze:ca. 200
Homepage:http://www.lofoten-bobilcamping.no/Link zu unserem Reisetag:Tag 11
Beschreibung:- eigentlich sehr nette Lage direkt am Wasser mit Blick auf die Berge an der E10, bei uns durch das schlechte Wetter wenig Aussicht
- Gutes Sanitär, schöne Gemeinschaftsküche
- Platz machte auf uns
allerdings etwas „unaufgeräumten“ Eindruck, stinkender Müll
unsere Bewertung:3 Sterne

Campingerfahrungsberichte aus früheren Reisen:

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