Tag 18 & 19: Wandern in den Lyngen Alpen – Lyngstuva bei Russelv und Blåvatnet (Bluelake)


11.09.2020 (Fr) – Von Skibotn quer durch die Lyngenalps bis nach Russelv und Wanderung zum Lyngenfyr & Lyngstuva

Campingplatz StartOlderelv Camping, Skibotn, Norwegen
Campingplatz ZielParkplatz Russelv, Lyngen Alpen, Norwegen
gefahrene Kilometer140
Highlights / Wanderungen:- Fahrt quer durch die Lyngen Alpen
- Spaziergang am Jaegervatn
- Wanderung zum Lyngenfyr & Lyngstuva
- Polarlicht in Russelv
Wettertagsüber Sonne und Wolken im Wechsel, am Nachmittag Regen

Auch morgens war die Rezeption unbesetzt und es gab keinen Hinweis, wo man bzgl. Bezahlung hätte anrufen können bzw. was die Übernachtung hier überhaupt kostet. Deshalb wir warfen einen Zettel mit unseren Kontaktdaten in den Briefkasten, machten die Tanks leer und voll und fuhren zurück Richtung Lyngen-Alpen. Die Campingplatzbetreiber haben übrigens nie Kontakt mit uns aufgenommen, so blieb die Nacht hier – abgesehen vom Dusch- und Waschmaschinengeld – für uns unbeabsichtigt kostenlos.

Ziel war am Morgen der Wanderparkplatz für den Gletscher “Steindalsbreen”, den wir recht bald erreichten. Die Wettervorhersage war nur mittelmäßig, wir überlegten hin und her und entschieden uns gegen die Wanderung. Zum einen waren wir ein bisschen platt vom Vortag, vor allem hatten wir keine Lust auf eine weitere Regenwanderung. Außerdem fanden wir unterschiedliche Längenangaben für die Wanderung (bis 16km und 6h), das war uns bei mittelmäßigem Wetter zu viel.

Also fuhren wir nach dem Frühstück weiter Richtung Norden. Das Wetter hielt erstmal, und so genossen wir tolle Ausblicke beim Fahren, außerdem machten wir viele Fotostopps.

Irgendwann kamen wir in das kleine Örtchen Svensby. Den Ort hatten wir uns im Vorfeld rausgesucht. Zum einen gibt es hier eine Fährverbindung nach Tromso, zum anderen scheint es hier den einzigen “richtigen” Campingplatz in den Lyngen-Alpen zu geben. Der Platz gefiel uns allerdings nicht so toll, außerdem war’s zu früh, also ging’s weiter.

Am Jaegervatnet, einem großen See am Wegesrand, stellten wir den Camper ab, um ein paar Schritte zu laufen. Wir drehten aber bereits nach ca. 2km um. Die Aussicht vom Wanderweg auf den See war so la la, es bewölkte sich etwas.

Wir setzten unsere Fahrt nach Norden fort, kamen nach einer Weile am Parkplatz für den Blavatnet (Blue-Lake) vorbei und schauten uns die Umstände an, die Wanderung war aber für den Folgetag geplant. Kurz überlegten wir, hier die Nacht zu verbringen (ist offiziell erlaubt), allerdings erschien uns der Platz nicht sonderlich fotogen, falls es Polarlicht geben sollte – zu viele Bäume und Gestrüpp im Weg…

Wir fuhren also noch ein Stück weiter, in der Hoffnung, einen guten Übernachtungsplatz mit Blick nach Norden zu finden, weil’s ein bisschen Aussicht auf Nordlichter gab. Schließlich kamen wir in Russelv an, ein kleiner Ort ziemlich im Norden dieser Landzuge. Am Ende des Ortes gibt es einen offiziellen Parkplatz, wir berappten 172 NOK (Parkgebühr für 24h) und machten noch eine kleine Wanderung zum Lyngenfyr & Lyngstuva. Das ist ein kleiner Leuchtturm mit Hütte ganz am nördlichen Ende. Diese Wanderung hatten wir im Vorfeld schon bei www.outtt.no gesehen.

Uns erwartete ein netter, nicht sehr schwerer Weg am Meer entlang. Am Ende ging’s ein bisschen über die Klippen bergauf & bergab, dann zum hübschen Leuchtturm. Die Ausblicke von hier oben auf Meer und Berge war mal wieder recht beeindruckend.

Das Wetter hätte besser sein können, es zog sich immer mehr zu und auf dem Rückweg (gleicher Weg zurück) gab es den angekündigten Regen. Gegen 16:30 kamen wir wieder an unserem Auto an. Dieser Leuchtturm dürfte der nördlichste Punkt unserer Reise gewesen sein.

Durch den Regen am Nachmittag hatten wir ehrlich gesagt gar nicht mehr damit gerechnet, aber am späten Abend gab’s tatsächlich Nordlichter. Der Spot war nicht ganz optimal, da der nahegelegene Ort hell beleuchtet war und die Straßenbeleuchtung bis an diesen Parkplatz reichte. Wir gingen mit Kamera und Stativ bewaffnet ein paar Meter auf dem Wanderweg entlang, da wurde es besser und wir hatten einen ganz guten Blick nach Westen, wo das Nordlicht an diesem Tag zu sehen war. Hat wohl damit zu tun dass wir ziemlich weit im Norden waren, dort ist das Nordlicht nicht so sehr auf den Nordhimmel festgelegt. Irgendwann ließ die Aktivität nach (oder die Wolken nahmen zu), trotzdem war’s toll!

 

Unsere (Auto)Tagestour als Map:

 


12.09.2020 (Sa) – Lyngenalpen – Wanderung zum Blue Lake (Blåvatnet)

Campingplatz StartParkplatz Russelv, Lyngen Alpen, Norwegen
Campingplatz ZielParkplatz an der FV868, Lyngen Alpen, Norwegen
gefahrene Kilometer79
Highlights / Wanderungen:- Wanderung zum Blue Lake
- Polarlicht in der Nacht
Wettermorgens Sonne und Wolken im Wechsel, ab frühen Nachmittag immer wieder Regen

Von Russelv aus ging es am Morgen ca. 30km wieder nach Süden bis zum Parkplatz für die Wanderung zum Blue Lake (Blavatnet). Eine(r) von uns hat immer Bedenken, am Trailhead bei zu später Ankunft nicht mehr parken zu können, deswegen regelmäßig “Morgenstund hat Gold im Mund”. Am Parkplatz holten wir das Frühstück nach, mit der Zeit wurde der Parkplatz auch richtig voll, es was Samstag, die Wettervorhersage war gut, das waren wohl die Gründe.

Über die Easy-Park-App bezahlten wir den Parkplatz (es gibt nur die Option, gleich für 24h zu zahlen), gegen 10:00 Uhr brachen wir zu unserer Wanderung auf. Im Sonnenschein leuchtete das Herbstlaub, so ein bisschen erinnerte uns die Szenerie an den Auriol Trail im Kluane National Park. Der Weg führte erstmal durch ein kleines Birkenwäldchen, es geht ein bisschen bergauf, läuft sich aber sehr gut. Der Blick fällt direkt auf Berge und Gletscher, eine tolle Aussicht. Leider war uns zu diesem Zeitpunkt noch kein blauer Himmel vergönnt, that’s life.

Weiter ging es über ein Geröllfeld, da kann man gut sehen, wie weit der Gletscher vor langer Zeit mal ging. Die vielen Steine machen das Gehen etwas anstrengend, die tollen Ausblicke entschädigen aber absolut für die “Mühen.” Nach ca. 5km und 1,5h Gehzeit erreichten wir (nach einer kleinen Klettereinlage über grob blockige Felsen) den berühmten Blue Lake.

Der See ist ganz schön groß, seine blaue Farbe absolut beeindruckend. Viel Betrieb war noch nicht, nur vereinzelte Wanderer waren mit uns am See, mit der Zeit wurden es aber immer mehr. Einige Wanderer(innen) schreckten nicht davor zurück, mal kurz in den eiskalten See zu springen und ein paar Schwimmzüge zu machen, sehr norwegisch das Ganze. Einige Damen ließen sich auch in gewagten Posen vor dem blauen See ablichten, das gibt bestimmt schöne Erinnerungsfotos.

Wir verzichteten auf Schwimmen und freizügige Posen, fotografierten dafür ausgiebig, dann war es Zeit für eine schöne Mittagspause in der Sonne. Für’s Fotografieren hätte man sich die Sonne von hinten gewünscht statt direkt über dem See, dafür müsste sie allerdings im Norden stehen, das kann also nur zur Zeit des Nordlichts funktionieren (wenn überhaupt). Die Berge rund um den See sind recht hoch, sobald die Sonne nicht mehr durch die Lücke zwischen zwei Bergen hindurch schien, verschwand sie hinter der Bergkette.

Wir spazierten noch etwas um den See herum, bevor es wieder zurückging. Die Sonne war inzwischen verschwunden, zunächst führte uns “der Weg” wieder über die großen Felsen, dann den langen Weg zurück über das Geröllfeld des Gletschers. Das Wetter wurde zunehmend schlechter, dicke Wolken zogen auf und irgendwann fing es auch an zu nieseln, so zog sich der Rückweg etwas in die Länge. Zum Ende der Wanderung hin konnten wir sogar ein paar Rentiere sehen, die perfekt in die Landschaft passten. Die Teleobjektive hatten wir im Camper gelassen, deswegen gab’s nur ein paar Schnappschüsse. Fast hätten wir’s noch trocken zum Camper geschafft, aber eben nur fast.

Nach insgesamt 11,5km waren wir wieder am Camper, erstmal wurde Kaffee gekocht, dazu ein paar Nutellabrote, die es schafften, uns den Nieselregen zu versüßen. Dann überlegten wir, wie es weitergehen sollte. Wie hätten auf dem Parkplatz bleiben können, das unser Parkticket für 24h gültig war, da unsere für den Folgetag geplante Wanderung aber am anderen Ende der Lyngen-Alpen starten sollte, entschieden wir uns, noch ein Stück zu fahren.

In Lyngseidet füllten wir unsere Wasservoräte auf und entleerten die Tanks, außerdem machten wir noch einen schnellen Lebensmitteleinkauf vor dem Wochenende. Über Park4Night fanden wir einen Stellplatz an der Straße, direkt vor einem Straßentunnel. Dort hatten wir schon am Vortag auf dem Weg nach Norden für ein paar Fotos gehalten, der Platz gefiel uns ziemlich gut.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Himmel aufreißen würde und sich ein paar Polarlichter einfinden würden, hatten wir auch einen ganz guten Blick nach Norden. Wir duschten im Camper, kochten uns Nudeln und verbrachten einen entspannten Abend. Später hatten wir tatsächlich wieder Glück mit Polarlichtern, die sich nicht nur nach Norden, sondern auch nach Süden zeigten, wenn auch an einem etwas bewölkten Himmel. Aber man kann ja nicht alles haben.
Richtung Osten waren die Polarlichter auch aktiv, dort versperrte uns aber ein Berg den Blick, an dessen Fuß wir geparkt hatten. Toll war’s trotzdem!!

unser Tagestour als Map:

 

Unsere Wanderungen zum Lyngen Fyr und zum Blavatnet als Map:

Lyngen Fyr: 8km, 160HM

Blavatnet: 12km, 230 HM


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2 Kommentare

  1. Hallo, ein Superbericht und traumhafte Aufnahmen von dem Traumland Norwegen!
    Und gleich die wichtigste Frage in dem Bericht beantwortet: Polarlichter im September. Wir planen eine Reise zu den Polarlichtern, nördlichster Punkt Tromsö und Umgebung, ebenfalls im September. Wir waren schon zweimal in Norwegen, nie am Nordkap (für mich uninteressant, weil nur Tourirummel und ja nichtmal der nördlichste Punkt, also “Beschiss”). Darf ich nach der Fototechnik der Polarlichtaufnahmen fragen?
    Ich nehme an, Stativ, Weitwinkel und 2,8 Lichtstärke oder höher?
    Viele Grüße, einen guten Rutsch ins erlebnisreiche 2021, und euch noch viele schöne Reisen wünscht
    Peter aus Franken
    PS.: bin über euren Ardechebericht in diesem Norwegenbericht gelandet.
    Ardeche ist unser Womoziel für Juni/Anf. Juli.

    • Hallo Peter,

      es freut uns, dass dir unser Bericht gefällt, Norwegen macht es natürlich auch ziemlich leicht, mit schönen Bildern heinzukommen.
      Wir hatten eine ganze Weile über den “richtigen” Zeitraum für unseren Urlaub nachgedacht, auch im Hinblick auf Polarlichter (aber auch bzgl. Wetter, Frost, Herbstfarben, Zeit für Wanderungen, usw.). Eigentlich wollten wir erst am 07.09. in Norwegen ankommen, wegen Corona mussten wir den Urlaub aber vorziehen, am 07.09. hätten wir ohne Quarantäne gar nicht mehr einreisen können.
      Wir hatten tatsächlich in der ersten Septemberhälfte schon ein paar Polarlicht-Sichtungen, allerdings wird es in dieser Zeit noch nicht richtig dunkel. Ich habe gerade in meiner App nachgeschaut, der 17.09.2020 war der erste Tag im September, an dem es (auf Höhe Tromso) astronomische Dämmerung gab, also richtig dunkel war. Bzgl. Dunkelheit werden die Bedingungen also gegen Ende September schon besser.
      Es gibt halt noch viele andere Faktoren, die eine Rolle spielen. Wie steht der Mond, wie ist das Wetter, wie sind die KP-Werte, sind überhaupt Nordlichter vorhanden? Da man das nicht alles planen kann, gehört halt auch eine Portion Glück dazu, man kann dem Glück aber ein bisschen nachhelfen, wenn man viel Zeit mitbringt. Wir hatten das Glück, länger im Norden zu sein als norwegische Schlechtwetterperioden andauern. 😉

      Mit der Fototechnik liegst du richtig, ohne Stativ geht’s nicht gut, weitwinklig und lichtstark ist prima. Wir fotografieren im MFT-Format, Nordlichter eher mit Blende 2.0, teilweise 1.7, ich habe auch mit einem 8mm Fisheye mit Blende 1.8 experimentiert. Auf Vollformat umgerechnet, ist man dann ziemlich nah bei Blende 2.8, wie von dir vermutet. Es gehört natürlich auch ein Objektiv dazu, dass bei Offenblende vernünftige Bilder macht…

      Dir ebenfalls Alles Gute für 2021 und auf dass sich deine Urlaubspläne realisieren lassen. Aktuell gibt’s ja noch ein paar Fragezeichen, was wann wieder möglich ist.

      Viele Grüße, Eric

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