Tag 25 – 28: Weiterfahrt auf die stürmischen Lofoten und Wanderung auf den Glomtinden


18.09.2020 (Fr) – Zurück auf die Lofoten nach Sandvika

Campingplatz StartGullesfjord Camping, Norwegen
Campingplatz ZielSandvika Camping, Lofoten, Norwegen
gefahrene Kilometer91
Highlights:bis auf die Fahrtstrecke wenig, war ein Fahrtag...
WetterRegen, Sturm und ganz selten etwas Sonne

Den Platz für die letzte Übernachtung hatten wir uns mit “Gullesford Camping” strategisch gut gewählt, weil man von hier gleichermaßen in Richtung Vesteralen oder auch in Richtung Lofoten aufbrechen konnte. Die Wettervorhersage war für beide Inselgruppen nur recht mäßig (wenn man es mal optimistisch ausdrücken wollte), deshalb entschieden wir uns für die Lofoten, da man dort vielleicht etwas besser Schlechtwettertage aussitzen konnte. Klar war zumindest, dass Waltouren in den nächsten Tagen in Andenes auf den Vesteralen aufgrund des Windes nicht angeboten werden würden. Damit entfiel eines unserer angedachten Ziele… Also wurden die Vesteralen erstmal “zurückgestellt”.

Stattdessen fuhren wir weiter Richtung Svolvær, es war heute noch windiger als am Vortag, im Minutentakt wechselten sich Regen und Sonnenschein ab. Am Sichersten war man vor dem Regen in einem der zahlreichen Tunnel. 😉 Ab und zu trauten wir uns zum Fotografieren aus dem Auto, wenn man den nächsten Schauer anrücken sah, hatte man ungefähr zehn Sekunden, um sich im Auto in Sicherheit zu bringen, dann ging wieder die Post ab.

Uns kamen sehr viele Wohnmobile entgegen. Man hatte fast den Eindruck, als ob die Leute von den Lofoten flüchteten. Wir erreichten den Austnesfjord und hielten dort auf dem Parkplatz. Hier stoppten wir schon vor zwei Wochen auf unserem Weg nach Norden. Heute war die Landschaft deutlich herbstlicher.  Während wir frühstückten, gab es drei Schauer und dreimal Sonnenschein, jedenfalls tolles Fotolicht und zwei nasse Jacken.

Dann ging’s weiter nach Svolvær. Wir parkten am großen Shoppingcenter und schlenderten ein bisschen durch die Geschäfte. In einem nahegelegenen Baumarkt erstanden wir noch eine 21er-Nuss, der nächste Reifenwechsel konnte kommen. Außerdem checkten wir die Öffnungszeiten der LPG-Station (luxuriös jeden Tag von 8-16), da wir sicher irgendwann – spätestens beim Verlassen der Lofoten – nochmal unsere Gasflaschen würden auffüllen müssen. Dann ging es weiter auf den “Sandvika Campingplatz” kurz hinter Kabelvag, gleiche Begründung wie gestern: Bei Sauwetter nehmen wir gerne Landstrom, dann können wir es uns mit Heizlüfter gemütlich machen.

Wir legten noch eine Kleiderwäsche ein, nutzten die im Preis inkludierten Duschen und hatten einen geruhsamen Resttag. Wir standen zwar ganz nah am Wasser, erlebten noch die Schauer 18-28, und legten die Füße hoch. Die regulären Schuhe wurden erstmal weggeräumt, der Camper nur noch mit Gummistiefeln verlassen. Allmählich wurde es wirklich richtig, richtig nass draussen.

 

unser Tagestour als Map:

 


19.09.2020 (Sa) – Lofoten – Wanderung auf den Glomtinden, Abstecher nach Kabelvag und weiter nach Uttakleiv

Campingplatz StartSandvika Camping, Lofoten, Norwegen
Campingplatz ZielStellplatz Uttakleiv, Lofoten, Norwegen
gefahrene Kilometer120
Highlights / Wanderung:- Wanderung auf den Glomtinden
- Stadt Kabelvag
- Strand von Uttakleiv
Wettermeistens bewölkt, teilweise auch Regen und recht windig

Der heutige Tag sollte ein kleiner Lichtblick in der langen Schlechtwetterphase sein. So zumindest versprach es die Wetter-App. Deshalb sollten mal wieder die Wanderstiefel ausgepackt werden. Wir hatten uns den “Glomtinden” herausgesucht, ein angeblich recht einfacher Gipfel in der Nähe mit tollem Ausblick auf Berge & Meer. Nach dem Frühstück auf dem Sandvika CG fuhren wir irgendwann nach 10 Uhr zum nicht weit entfernten Trailhead. Der Parkplatz war nicht allzu groß, wir fanden aber problemlos einen Platz für unseren Camper.

Beim Loslaufen schien die Sonne, allerdings gab es immer wieder Regenschauer – mal hübsch anzusehen in der Ferne, mal direkt über uns. Der Weg an sich war nicht allzu schwer, teilweise führt der Aufstieg über steiniges Gelände. Bei uns war aber gerade beim steilsten Stück viel Wind und Regen (mit Regen muss man Norwegen auch an den vermeintlich guten Tagen rechnen 😉 ), wodurch sich der Aufstieg doch anstrengender anfühlte als er eigentlich war. Trotzdem hatten wir immer wieder tolle Blicke in verschiedene Richtungen und auch schönes Herbstlaub, ab und zu auch mal einen Regenbogen.

Oben angekommen, versuchten wir die Ausblicke nach Kabelvag und noch weiter zu genießen. Allerdings blies hier ein richtig kalter Wind. Gut dass wir heute mal zur Abwechslung eine Kanne mit heißem Tee dabei hatten.

Der Aufstieg dauerte nur ungefähr eine Stunde. Zurück nahmen wir gleichen Weg. Jetzt begegneten uns ein paar mehr Leute, wir hatten das Gefühl, dass es vor allem Einheimische waren. Irgendwann am Camper wieder angekommen, entschieden wir uns, die Straße (E10) nochmal ein Stück zurück nach Norden zu fahren, um uns das kleine Städtchen Kabelvag anzusehen. Der Ort machte auf uns einen sehr verlassenen Eindruck, es gab auch kein einziges geöffnetes Cafe, lediglich einen kleinen Supermarkt, wo wir noch schnell ein paar Lebensmittel erstanden.

Wir überlegten, wie es heute weitergehen sollte und entschieden uns spontan, die Nacht in Uttakleiv zu verbringen. Der Strand hat es uns einfach angetan… Es sollte zwar recht windig werden in der Nacht, aber da der Wind aus Süd-West kommen sollte, hofften wir, dass es hinter der großen Felswand, wo sich der Stellplatz befindet, nicht so schlimm werden würde.

Da es noch recht früh am Tag war, machten wir noch einen kleinen Schlenker nach Sydalen und über die Insel Gimsoy – immer auf der Suche nach Fotospots mit Nordblick, falls es irgendwann in den nächsten Tagen Nordlicht geben sollte. An der Kirche in Gimsøy legten wir einen kleinen Fotostopp ein – hier waren wir auch im Winter 2019 gewesen, teilweise sogar bei zugefrorener See. Das Wetter heute war aber eher trüb und grau, es wurde ein kurzer Stopp.

Als wir in Uttakleiv ankamen, waren wir der erste Camper und wir fragten uns, ob es vielleicht doch keine gute Idee war, bei dem angesagten Nachtsturm hier zu stehen, später kamen aber noch vier oder fünf weitere Camper dazu. Da fühlten wir uns gleich besser. Darunter auch ein deutsches Pärchen mit einem alten VW-Bus, mit denen wir nett ins Gespräch kamen.  Wir machten ein paar Bilder am Strand, allerdings war es trüb und recht ungemütlich und so genossen wir den Abend im warmen Camper.

unser Tagestour als Map:


20.09.2020 (So) – Lofoten – Uttakleiv und Weiterfahrt nach Süden (Skagsanden, Nusfjord, Ramberg)

Campingplatz StartStellplatz Uttakleiv, Lofoten, Norwegen
Campingplatz ZielCampingplatz Ramberg, Lofoten, Norwegen
gefahrene Kilometer44
Highlights:- Strand von Uttakleiv
- Fahrt über die Insel
Wettersehr windig, abends zunehmend stürmig, viel Regen

Ungefähr ab morgens um 05:00 Uhr wurde es richtig stürmisch, so waren wir zeitig wach. So richtig perfekt war der Platz bei Sturm also nicht, morgens gab es immer wieder starke Regenschauer, zwischendurch schaute auch mal die Ronne raus.

Wir ließen es deswegen entspannt angehen, machten noch ein paar Fotos und wurden ganz schön nass. Es gab dann ein leckeres ausgiebiges „Sonntagsfrühstück“, gegen 13 Uhr verließen wir unseren Stellplatz (man darf nur bis 13 Uhr bleiben mit dem Übernachtungsticket).

Am Haukland-Beach hielten wir nicht an, da war der Parkplatz voll, aber ein paar Hundert Meter weiter am Vik-Strand machten wir einen Stopp und waren ganz allein. Wir machten noch ein paar Fotos und bevor die nächste dicke Regenwolke den Strand erreichte, hüpften wir wieder schnell ins Auto und fuhren weiter.

Da für die kommende Nacht und vor allem für den nächsten Tag noch stärkerer Regen und Sturm angesagt war, waren wir unschlüssig, wo wir die Nacht verbringen wollten. Auf dem Weg nach Süden bogen wir in Richtung Nusfjord ab. Hier waren wir bei unserer Winterreise schon bei viel Schnee und Sonnenschein, heute dann bei Regen und Herbstlaub. Beides sah reizvoll aus.

Wir schauten uns ein paar Stellplätze für die Nacht an, aber sie schienen alle recht windig zu sein. Also fuhren wir weiter nach Skagsanden. Dass wir dort bei Sturm nicht gut über Nacht würden stehen können, war uns klar, aber es machte Spass, den Surfern ein bisschen zuzuschauen, wie sie die hohen Wellen für sich nutzten. Bei Mistwetter muss man sich ja auch irgendwie die Zeit vertreiben.

Wir fuhren dann noch die paar Kilometer weiter nach Ramberg und steuerten den Campingplatz im Ort an. Auch hier war die Sturmvorhersage für die Nacht und vor allem den kommenden Tag recht hoch, aber es gab auch keine viel besseren Alternativen, wir hatten wieder Landstrom für den Heizlüfter und ein bisschen Versorgung um uns herum (Restaurant, Supermarkt, Sanitärgebäude). Allein waren wir auch nicht – mit uns verbrachten noch vier weitere Camper die Nacht auf dem Campingplatz, allesamt Deutsche.

Spät abends drehten wir noch den Camper, so dass die Schnauze in Windrichtung stand – das hatten auch all die anderen Camper getan. Ein bisschen Sturm-Polonaise in Ramberg.

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21.09.2020 (Mo) – Lofoten – Ausharren in Ramberg bei Extremwetter

Campingplatz StartCampingplatz Ramberg, Lofoten, Norwegen
Campingplatz ZielCampingplatz Ramberg, Lofoten, Norwegen
gefahrene Kilometer0
Highlights:Wir haben den Sturm überlebt!
WetterSturm den ganzen Tag - morgens extreme Regenmengen, nachmittags extremer Wind

Wieder waren wir sehr früh wach, durch den Starkregen,  der aufs Dach prasselte und den starken Wind – eigentlich peitschte der Regen von allen Seiten gegen das Auto. Das war schon eher beunruhigend, aber irgendwann legten wir uns nochmal schlafen, denn ändern konnten wir es eh nicht. Tagsüber blieben wir die ganze Zeit im Camper und taten weiter nichts außer die Luft anhalten und auf den Wetter-Apps checken, wann es endlich vorbei sein würde. Ab und zu schauten wir auf norwegischen Nachrichtenseiten im Internet, was an der Küste los war (Überflutung, Erdrutsche, das volle Programm) oder googelten, bei welcher Windstärke Kastenwagen umkippen. Wer sucht, wird auch irgendwann fündig. Der Sturm war zäh und hielt sich den ganzen Tag, ungefähr um Mitternacht wurde es ruhiger.

Ungefähr nachts um 2:30 trieb es Eric nochmal raus, Nordlicht und ein paar Wolkenlücken am Strand. Keine idealen Bedingungen, aber ein paar Fotos sprangen dabei raus. Am Strand waren die Lichter des Orts auch gar nicht so störend, außerdem die Gewissheit, den Sturm überstanden zu haben. Yippie.


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