Tag 20 & 21: Wanderung zum Steindalsbreen (Lyngen Alpen) und weiter nach Tromsø


13.09.2020 (So) – Lyngenalpen – Wanderung zum Gletscher Steindalsbreen und weiter nach Skittenelv (bei Tromsø)

Campingplatz StartParkplatz an der FV868, Lyngen Alpen, Norwegen
Campingplatz ZielSkittenelv Camping, Tromsø, Norwegen
gefahrene Kilometer142
Highlights / Wanderungen:- Wanderung zum Steindalsbreen
- Polarlicht in der Nacht
Wetterden ganzen Tag sonnig und fast wolkenfrei, entsprechend warm am Tag und kalt in der Nacht

Heute war die Wanderung zum Steindalsbreen geplant. Eigentlich waren wir vor zwei Tagen schon kurz davor, zu dieser Tour aufzubrechen (standen morgens schon auf dem Wanderparkplatz), konnten uns dann aber nicht so recht aufraffen, da es keine so kurze und einfache Tour sein sollte. Für heute war bestes Wetter angesagt und heute waren wir richtig motiviert für die Tour. Es war Sonntag, noch dazu dieses sehr gute Wetter – da wollten wir nicht zu spät am Wanderparkplatz sein, da wir einige „Mitwanderer“ erwarteten…

Vom Stellplatz der Nacht am Tunnel waren es nur 15 Minuten mit dem Camper bis zum Wanderparkplatz. Schnell haben wir uns nach dem Aufstehen einen Kaffee gekocht und sind direkt losgefahren. Am Wanderparkplatz holten wir noch schnell das Frühstück nach, schmierten uns Nutellabrote für unterwegs und schnürten die Stiefel, so dass wir bereits gegen 9 Uhr startklar waren.

Zunächst ging es hinter dem Parkplatz durch einen Wald recht steil nach oben – ruckzuck hatten wir die ersten 250 Höhenmeter gemacht. Hier oben wurde es landschaftlich immer schöner – ein rauschender Bach, Herbstlaub und Blick auf die Berge, die teilweise schon weiße Häubchen hatten. Dazu die strahlende Sonne – hach, war das schön. Bald schon konnten die Jacken in die Rucksäcke verstaut werden. Irgendwann erreichten wir die Steindalshütte. Was für eine herrliche Idylle war doch hier oben.

Hinter der Hütte führte der Weg über eine kleine Holzbrücke, danach eröffnete sich ein weites Tal, das zum Gletscher führte. Es erinnerte uns ganz schön an die Alpen… Immer wieder bekamen wir tolle Blicke auf den Gletscher. Ab und zu trafen wir auch andere Wanderer und kamen kurz ins Gespräch. Voll war es auf der Tour aber keinesfalls.

Ca. 1,5km vor dem Gletscher wurde es sehr steinig und man musste nochmal ein Stück nach oben über größeres Geröll klettern. Stellenweise konnte man den Weg nur erahnen. Dann sah man den Gletscher aus ziemlicher Nähe. Da er sich aber immer weiter zurückbildet, dauerte es dann doch noch ein Stück, bis wir am Gletschersee standen. Vorher sahen wir schon die Schilder, bis wohin der Gletscher noch 1990, 2006 oder auch 2010 reichte.

Das war schon eine sehr beeindruckende Szenarie – der Gletscher mit dem Gletschersee davor. Hier oben war es deutlich kühler als auf der übrigen Wanderung und so zogen wir alles an, was wir dabei hatten. Zum einen gab es in diesem Kessel keine Sonne mehr, zum anderen wird der Gletscher und sein eisüberzogener See sicher einiges an Kälte abgegeben haben.

Nach einer ausgiebigen Fotopause ging es irgendwann den gleichen Weg wieder zurück. Als es wieder sonniger auf dem Weg wurde, machten wir noch eine Pause. Nach ca. 5,5h (inkl. Pausen) und ca. 14km waren wir wieder am Auto zurück. Jetzt war der Parkplatz deutlich voller als am Morgen – nicht wirklich überraschend.

Es war ca. 15 Uhr und wir entschieden uns spontan, noch bis Tromsø weiterzufahren, das waren ca. 130km, auch wenn wir etwas platt waren. Die Strecke führte über die E6 und dann die E8 und hielt wieder sehr schöne Ausblicke bereit.

Wir nahmen nicht den Campingplatz direkt in Tromsø, sondern den 22 km weiter entfernten Skittenelv. Der Platz lag direkt am Wasser mit Blick nach Norden – wir hofften mal wieder auf Nordlicht. Da der Platz in zwei Tagen schließen sollte, war außer uns nur noch ein weiterer Camper da, es war also recht verlassen. So war es kein Problem, einen Platz in erster Reihe direkt am Wasser zu bekommen. Heute wurde mal wieder der Grill rausgeholt – es gab Burger. Als die Sonne weg war, wurde es ganz schön kalt – Grillen ging nur noch mit dicker Jacke und Mütze, gegessen wurde definitiv drinnen. Auch von drinnen konnte man die Landschaft und den Sonnenuntergang geniessen 😉 .

Kurz nach 19 Uhr kam das Hurtigrutenschiff (nordgehend) direkt vorbei, da mussten wir nochmal raus, ein paar Bilder schießen. Wir hatten auf unserer Reise wirklich viel Spass daran, immer wieder die Schiffe auf der Hurtigrute zu verfolgen. Dabei fuhren sie in diesem Coronaherbst gar nicht so regelmäig wie üblich.

Wie erhofft, hatten wir später wieder Glück mit dem Nordlicht – heute war es das bisher intensivste – das war wirklich toll, aber auch ganz schön kalt. Die “Fotosession” erstreckte sich von ca. 22:30 bis nach Mitternacht – mit kleinen Unterbrechungen zum Aufwärmen. Jetzt am 13.09. war es übrigens nachts immer noch nicht komplett dunkel – das Ende der astronomischen Dämmerung wurde noch nicht erreicht.

Erst nach 1Uhr waren wir im Bett – was für ein schöner Tag!

 

Unsere (Auto)Tagestour als Map:

Unsere Wanderung zum Steindalsbreen als Map:

(14,4 km, 560 HM)

 


14.09.2020 (Mo) – Versorgungstag in Tromsø und Aussichtsberg Storsteinen

Campingplatz StartSkittenelv Camping, Tromsø, Norwegen
Campingplatz ZielTromsø Lodge & Camping, Norwegen
gefahrene Kilometer48
Highlights:- Aussichtsberg Storsteinen in Tromsø
Wetterwechselhaft, teilweise Regen

Für heute hatten wir keine großen Pläne. Zum einen war nicht das beste Wetter angesagt, zum anderen mussten wir ein paar Besorgungen machen. Wir schliefen also aus und waren irgendwann ganz allein auf dem Campingplatz. Zur Abwechslung machten wir uns zum Frühstück French Toast. Später dumpten wir noch und nutzten die kostenlose Autowaschmöglichkeit (Wasserstrahler & Schwamm per Hand) auf dem Campingplatz, schließlich sah unserer Vantourer schon ganz schön vollgedreckt aus.

Der Platz hier hat uns ausgesprochen gut gefallen – sehr schöne Lage, ruhig, gute Ausstattung.

Gegen 11 Uhr brachen wir dann auf in Richtung Tromsø, was nur 20km entfernt war.  Zunächst steuerten wir die Gasauffüllstation von LPNorge an. Diese hat nur Mo und Do von 10-14 Uhr auf, also recht eingeschränkt, das mussten wir heute also nutzen. Zum Glück hatte wir die Öffnungszeiten vorher im Internet gefunden und konnten so unsere Route ein wenig darauf ausrichten. Der Stopp war also schon länger eingeplant – aber passend dazu war auch in der Nacht zuvor unsere erste Gasflasche leer geworden.

Auffüllen ging unkompliziert, kostete 299 NOK. Nur beim Wiedereinsetzen der Gasflasche funktionierte erstmal nichts mehr und ließ uns leicht verzweifeln.  Dank Internethilfe kamen wir dem Fehler auf die Schliche – da hatte sich wohl die DuoControl gesperrt. Das war also nur ein kurzer Schreck.

Unseren nächsten Stop legten wir bei einem Reifendienst ein, der in unmittelbarer Nähe war. Hier fragten wir, ob sie uns unseren Reifen wechseln würden. Wir hatten ja immer noch den Ersatzreifen (Sommerreifen) drauf und den in Bronnoysund geflickten Reifen (Winterreifen) unter dem Auto montiert. Wir hielten es für eine bessere Idee, jetzt, wenn irgendwann vielleicht die ersten Wintervorboten im hohen Norden kommen, mit vier einheitlichen Winterreifen unterwegs zu sein. Man konnte uns direkt helfen – ging auch ganz schnell – kostete überschaubare 175 NOK und war viel besser, als den Camper nochmal selbst mit dem Miniwagenheber manuell hochzuwuchten.

Wenn wir schon auf “Versorgungstour” waren, stoppten wir noch schnell bei einem Supermarkt, um unsere Vorräte aufzufüllen. Damit hatten wir unser Pflichtprogramm „abgearbeitet“ und wir steuerten den Campingplatz in Tromsø (im Tromsdalen, also auf dem Festland) an. Hier war überraschend recht viel los, trotzdem war es um diese Uhrzeit kein Problem, einen Platz zu finden. In der Hauptsaison ist man aber sicher gut beraten, wenn man hier kurz vorab reserviert. Erstmal wurden die Füße hochgelegt und entspannt. Das hatten wir uns nach den vielen Wanderungen auf Senja und in den Lyngen-Alpen verdient.

Später ging es dann aber doch nochmal los – zu Fuß zur Fjellheisen-Seilbahnstation (ca. 25 Minuten entfernt). Die Bahn fuhr nur alle 30 Minuten nach oben – wir erwischten die Bahn um 18:30. In nur vier Minuten wird man auf den Berg Storsteinen, Tromsøs Hausberg, hinauf gebracht. Die Bahn war gerade rechtzeitig genug, um das nordgehende Hurtigroutenschiff ablegen und die untergehende Sonne (auch wenn sie größtenteils durch Wolken verdeckt war) untergehen zu sehen. Wir waren übrigens die einzigen Personen in der Bahn und unterhielten uns das kurze Stück sehr nett mit dem Typ, der uns hoch brachte – ein norwegischer Student, der wegen Corona sein Auslandssemester in Deutschland abbrechen musste.

Oben angekommen, machten wir viele Bilder – einen echten Sonnenuntergang gab es leider nicht, aber es war trotzdem ein toller Ausblick. So wie es zunehmend dunkler wurde, gingen in der Stadt immer mehr Lichter an – man konnte die Insel Tromsø komplett überblicken. Die Gegend hier oben war beeindruckend – ein sehr weitläufiger Bergrücken mit gefühlt unzähligen Wander- und Joggingstrecken. Wer hätte nicht gern so einen Hausberg vor der Haustür. Auch unseren Campingplatz konnten wir unterhalb des Berges entdecken (sogar unseren Camper ;-)).

Ca. 20:30 nahmen wir die Bahn zurück,  es war nun fast komplett dunkel. Auf dem Rückweg gingen wir noch an der Eismeer-Kathedrale vorbei, und dann weiter zum Campingplatz.

unser Tagestour als Map:

 

 


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2 Kommentare

  1. Traumhafte Bilder von eurer Wanderung, von Tromsø am Abend und vor allem vom Nordlicht. Ich würde mich am liebsten sofort ins Auto setzen und dahin fahren! 🙂

    • Hallo Christian,

      vielen Dank für deinen netten Kommentar. Diese Bilder lösen auch bei uns direkt Fernweh aus. Seit wenigen Tagen kommt in Tromsø wieder die Sonne hinter dem Horizont hervor. Noch dazu hat es aktuell da oben richtiges gutes Wetter. Wie gerne wären wir genau jetzt in Nordnorwegen… LG, Ulli

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