Tag 33 & 34: Wanderung Nesland – Nusfjord und Polarlicht in Uttakleiv & Eggum


26.09.2020 (Sa) – Wanderung von Nesland nach Nusfjord und zurück und später Polarlicht in Uttakleiv

Campingplatz StartParkplatz Skagsanden Beach, Lofoten, Norwegen
Campingplatz ZielStellplatz Uttakleiv, Lofoten, Norwegen
gefahrene Kilometer62
Highlights / Wanderung:- Wanderung Nesland-Nusfjord-Nesland
- Polarlicht in Uttakleiv
Wettermeistens sonnig, nur leichte Schauer zwischendurch

Es war mal wieder ganz gutes Wetter angesagt, deshalb stand die Wanderung von Nesland nach Nusfjord auf dem Programm, nach dem ersten Kaffee ging es los Richtung Nesland. Dafür mussten wir noch mal durch Ramberg fahren, hinter Ramberg geht von der E10 eine kleine Stichstraße nach Nesland ab. Es handelt sich um eine Schotterstraße, die in nicht besonders gutem Zustand ist, dafür aber ca 10km lang. Das zog sich ganz schön, glücklicherweise hatten wir keinen Gegenverkehr.

Wir hatten überlegt, ob wir irgendwas mit den Fahrrädern organisieren sollten, um die Strecke nicht in beide Richtungen wandern zu müssen, die Aussicht auf 27km mit dem Fahrrad außen herum (teilweise über die E10) von Nusfjord nach Nesland haute uns aber auch nicht um vor Begeisterung, also wollten wir hin und zurück wandern.

In Nesland angekommen fanden wir den Trailhead. Viel los war dort nicht, falls dort Menschen lebten, zeigten sie sich nicht auf der Straße. Wir frühstückten erstmal, dann machten wir uns “Marschverpflegung”, das Wetter sollte sonnig sein. Das Wetter war aber erstmal nur norwegisch-sonnig, d.h. irgendwo ist Sonne, so dass der Regen einen Regenbogen zaubert. Wir warteten eine Weile, ob es aufhören wollte, wollte es aber nicht. Also zogen wir die Rainlegs über die Wanderhosen, dazu Rucksackregenschutz & Regenjacke und los ging’s.

Der Wanderweg führt wunderschön an der Küste entlang, wir fotografierten den schicken Regenbogen, wischten immer wieder die Objektive sauber. Die Motive entschädigten dafür, dass immer noch etwas Nass von oben kam.

Irgendwann ließ der Regen endlich nach, dafür wurde es von unten feucht, als es etwas von der Küste weg ging. Man musste also gut aufpassen, wo man die Füße hinsetzt. Auch ansonsten war der Weg teilweise recht anspruchsvoll. An einer Stelle passiert man große schräge Felsen, die mit Ketten versichert sind, danach gibt es einen Abschnitt mit sehr großen Felsblöcken, über die man quasi auf allen Vieren klettern muss (da packten wir auch mal unsere Kameras in den Rucksack), irgendwann dann noch eine Holzleiter, die nach unten führt.

Aber immer wieder wurde man für diese Anstrengungen durch herrliche Blicke auf Berge und Meer entschädigt.

Ein Stück vor Nusfjord wurde der Trail immer matschiger, wir gaben irgendwann den Versuch auf, die Schuhe trocken halten zu wollen und liefen einfach durch, durch die vielen kleinen Matschlöcher. Es machte keinen Unterschied. Nach ca. 6km erreichten wir endlich Nusfjord – das klingt zwar nicht viel, war aber doch ein recht anstrengender Weg. Wir kannten das kleine Küstenstädtchen schon vom Vorjahr. Damals war es tief verschneit. Auch jetzt im Sommer sah es schön aus, wir fotografierten ein bisschen.

Gern hätten wir uns noch irgendwo in ein Cafe gesetzt, leider war – vermutlich wegen Corona – alles geschlossen, also ging es nach einer Weile den gleichen Weg wieder zurück. Diesmal in der Reihenfolge Matsch – Leiter –  Felsen – Ketten. Es war übrigens gar nicht viel los auf dem Weg – lediglich ein einziges Pärchen mit Hund begegnete uns jeweils auf Hin- und Rückweg, sie mussten die Wanderung übrigens abbrechen, da die Tour selbst für große Hunde aufgrund der Leiter und Felsblöcke nicht machbar ist.

Irgendwann kamen wir wieder am Camper in Nesland an und waren noch immer das einzige Auto am Trailhead. Wir fuhren die Schotterstraße zurück Richtung E10, wieder durch Ramberg und um den Flakstadpollen herum. Wir hatten uns nochmal Uttakleiv als Stellplatz für die Nacht ausgedacht, in der Polarlicht-App angekündigt war KP4, das wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Knapp 50km waren es bis Uttakleiv, wir kamen gegen 17:30 Uhr an und fanden zum Glück ohne Probleme einen Stellplatz, es war schon ein bisschen Betrieb, vor allem waren Leute mit PKWs da, nur ganz vereinzelt ein Camper.

Ulli kümmerte sich irgendwann um’s Essen, während ich (Eric) noch ein paar Sonnenuntergangsfotos am Strand machen wollte. Dann passierte das Unglück –  beim Fotografieren rutschte ich auf einem nassen Felsen aus. Während ich rückwärts ausrutschte, kippte das Stativ samt Kamera vorwärts auf einen Felsen und dann ins Wasser. Das Steißbein blieb zum Glück ganz, das Objektiv leider nicht (konnte aber später in Deutschland beim Olympus-Service wieder repariert werden), die Kamera hatte ein paar Kratzer, schien aber noch zu funktionieren.

Schlecht gelaunt ging’s zurück zum Camper, nach dem Essen war die Laune schon wieder etwas besser….

Die Entschädigung für den verkorksten Sonnenuntergang folgte später. Wie vorausgesagt, waren die Nordlichter am Abend sehr aktiv und beeindruckend. Und so entstanden schon wieder viele Fotos, die Kamera hat den Felssturz überlebt, ein Hoch auf das robuste Stück Olympus-Technik.

Dass man in Uttakleiv nicht allein ist, sondern viele Leute fotografieren, muss man wissen, vor allem bei guter KP-Prognose an einem Samstag. Nicht alle anderen Fotografen sind besonders rücksichtsvoll mit ihren hellen Stirnlampen oder Autoscheinwerfern, irgendwann wurde es besser und die meisten anderen Fotografen verdrückten sich.

unsere Wanderung als Map:

Entfernung: ca. 13km
Höhenmeter: ca. 580

unser Tagestour als Map:


27.09.2020 (So) – von Uttakleiv nach Eggum – entspannter sonniger Tag und Polarlichtshow in der Nacht

Campingplatz StartStellplatz Uttakleiv, Lofoten, Norwegen
Campingplatz ZielStellplatz Eggum, Lofoten, Norwegen
gefahrene Kilometer32
Highlights / Wanderung:- Wanderung in Eggum
- Polarlicht in Eggum
WetterSonnig und warm

Nach einer langen Fotonacht (Eric hatte sich den Wecker nochmal auf halb zwei gestellt und weitere Nordlichter fotografiert), schliefen wir am Morgen in Uttakleiv erstmal aus. Genau heute vor einer Woche hatten wir auch hier übernachtet – damals wurden wir unsanft vom Sturm geweckt. Ganz anders heute – es war bestes Wetter angesagt.

Nach einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück quatschten wir noch sehr nett mit den Campingnachbarn aus HH (sie waren mit einem alten T3 unterwegs) und fuhren dann gegen Mittag – nach dem Dumpen an der witzigen Station – weiter nach Eggum. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Stop am Strand von Vik, wo es nicht so voll war wie am Strand von Haukland. Der Weg nach Eggum führt über eine sehr schmale Landbrücke, ein bisschen fühlt sich’s an wie das Ende der Welt.

Eggum stand auf unserer Wunschliste ganz weit oben, nachdem wir dort im letzten Jahr eine Wanderung im Schneesturm gemacht hatten. Eigentlich war geplant, die Wanderung Eggum-Unstad-Eggum zu laufen, zumindest einen größeren Teil davon. Allerdings hatte Eric sich die Wade gezerrt und so wurde daraus nur ein kleiner, aber sehr netter Spaziergang, also nur das erste Stück der Tour.

Wir genossen den entspannten Nachmittag in Eggum. Es gab recht viele Tagestouristen (Sonntag+gutes Wetter), aber außer uns nur zwei weitere Camper (einer davon übrigens die Holländer mit Hund, die wir am Vortag auf der Wanderung Nesland-Nusfjord gesehen hatten). In der Hauptsaison soll dieser Stellplatz immer schon sehr früh voll sein – bei der tollen Lage kann man sich das gut vorstellen. Während der Hauptsaison gibt es hier auch ein Café und auch Toiletten für die Camper – jetzt war das allerdings alles geschlossen. Dafür mussten wir für die Übernachtung auch nichts bezahlen.

Später gab es einen sehr schönen Sonnenuntergang – mittlerweile waren wir fast allein hier am herrlichen Strand.

Nach dem Abendessen dauerte es nicht lang und das Nordlicht zeigte sich, kaum war die Sonne verschwunden. Heute erwartete uns eine unglaubliche Show am Himmel. Das Nordlicht war sehr stark und wir fotografierten wie die Weltmeister.

Zum Teil saßen wir aber auch einfach nur im Auto und beobachteten das Spektakel über uns. Es war so hell und intensiv, so dass man die ganzen Farben ohne Problem auch mit bloßem Auge sehen konnte.
Ziemlich schnell war die Lichtshow dann vorbei, weil von Osten eine riesige Wolkenwand aufzog und immer größere Teile des Himmels bedeckte. Die Bewölkung erinnerte ein bisschen an das Raumschiff, das am Anfang von “Independence Day” den Himmel verdunkelt.

Was für ein schöner Tag! 🙂

 

unser Tagestour als Map:


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Ein Kommentar

  1. Hallo Ulli und Eric,

    “Dass man in Uttakleiv nicht allein ist, sondern viele Leute fotografieren, muss man wissen, vor allem bei guter KP-Prognose an einem Samstag. Nicht alle anderen Fotografen sind besonders rücksichtsvoll mit ihren hellen Stirnlampen oder Autoscheinwerfern, irgendwann wurde es besser und die meisten anderen Fotografen verdrückten sich.”
    Nicht schön zu lesen.
    “In der Hauptsaison soll dieser Stellplatz immer schon sehr früh voll sein”
    Ja, leider trotz vieler Erweiterungen in den letzten Jahren.
    Die Polarlichtjagd hat sich aber von sowas gelohnt, super.

    Liebe Grüße Micha

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