Tag 1 – 3: Anreise von Deutschland über Dänemark nach Norwegen


25.08.2020 (Di) – Von Daheim nach Soltau – Zwischenstopp an der A7

Campingplatz ZielWohnmobilstellplatz Soltau (Imbrock)
gefahrene Kilometer439
Wetterdurchwachsen, abends Regen

Bereits am Wochenende hatten wir unseren Camper weitestgehend gefüllt. Morgens wurden noch die letzten Sachen eingepackt, dann sollte es endlich los gehen. Allerdings war das Vorfreude mit sehr angezogener Handbremse. Denn es war immer noch nicht 100% sicher, ob wir in zwei Tagen überhaupt in Norwegen würden einreisen dürfen. Wir hatten zwar den Urlaub extra 10 Tage nach vorn verlegt. Aber würde das coronabedingt wirklich reichen?

Für 14 Uhr war eine norwegische Pressekonferenz angesetzt, auf der verkündet werden sollte, ob und wann die Grenze für deutsche Touristen aufgrund der steigenden Coronazahlen schließt. Als wir gegen 11:30 aufbrachen, kannten wir diese Entscheidung nicht. Das war unter anderem auch der Grund, warum wir uns quasi in letzter Minute dazu entschlossen hatten, die Fahrräder mitzunehmen. Denn im “schlimmsten Fall” müssten wir unseren Norwegenplan platzen lassen und an die deutsche Küste abdrehen, um unseren Urlaub auf einer Deutschlandtour zu verbringen.

So ging es also eher angespannt in den Urlaub los. Die Autobahn war ziemlich voll, irgendwann gab es auf der A7 bei Hildesheim sogar eine Vollsperrung, eine zähe Umleitung über Landstraßen folgte. Irgendwann zurück auf der A7 kam dann auch noch recht starker Regen zu. Deshalb fiel der Entschluss, nicht mehr durch Hamburg durchzufahren, sondern den Stellplatz in Soltau, den wir bereits kannten und praktisch fanden, anzusteuern.

Immerhin – die norwegische Pressekonferenz war in der Zwischenzeit zu Ende – es gab eine Empfehlung des Gesundheitsministeriums an die norwegische Regierung, die quarantänefreie Einreise für deutsche Touristen ab dem 29.08. zu stoppen. Puh, dann hatten wir alles richtig gemacht. So langsam konnten wir uns etwas Vorfreude auf Norwegen gönnen. 🙂

Auf dem Stellplatz war recht wenig los. Nach dem Essen spazierten wir noch ein wenig in der näheren Umgebung, immerhin hatte der Regen (fast) nachgelassen.

Auch wenn es nur ein unspektakulärer Zwischenstopp ist, so ist der erste Abend auf einer so langen Urlaubsreise doch immer etwas Besonderes. Der Vorbereitungsstress fällt so langsam ab, man hat sein “neues Zuhause” um sich und eine hoffentlich tolle Urlaubszeit liegt steht bevor.


26.08.2020 (Mi) – Von Soltau bis nach Loekken, an die dänische Nordseeküste

Campingplatz StartWohnmobilstellplatz Soltau (Imbrock)
Campingplatz ZielLøkken Strand Camping, Dänemark
gefahrene Kilometer582
Wetterzunächst sehr starker Sturm & Regen rund um Hamburg, in Dänemark dann immer besser

Es hatte die halbe Nacht geregnet und gewittert und wir hatten die erste Campingnacht nur mäßig gut geschlafen. Bevor es gegen 8 Uhr wieder auf die Autobahn ging, entleerten wir noch schnell unsere Tanks, weil wir nicht wussten, ob wir dazu in Dänemark eine Gelegenheit haben würden. Außerdem füllten wir etwas Frischwasser auf. Damit sind wir eher knapp daheim gestartet, da wir das zulässige Gesamtgewicht von 3500kg etwas überschritten hatten, aber jetzt war ja einiges an Diesel draußen und damit etwas Puffer für mehr Frischwasser an Board.

Für den Morgen war ein starker Sturm in Deutschland angesagt, insbesondere in Norddeutschland, wir waren gespannt. In Hamburg windete es dann auch ordentlich, aber wir kamen trotz Berufsverkehr recht schnell durch. Kurz vor der dänischen Grenze ging es in Schleswig noch mal schnell von der Autobahn runter um zu tanken und einige Lebensmittel und Brötchen für unse rFrühstück einzukaufen.

Dann über die dänische Grenze. Was in normalen Zeiten absolut unspektakulär ist, wurde dieses Jahr ein wenig zur Zitterpartie. Bis vor wenigen Tagen war deutschen Transittouristen das Übernachten in Dänemark aufgrund von Covid19 verboten und man musste nachweisen, dass man taggleich eine Fähre gebucht hat. Diese Regel galt.zum Glück nicht mehr. Aber es wurde kontrolliert, wir mussten die Reisepässe hochhalten, wurden dann aber durchgewunken. Damit hatten wir also die nächste Hürde genommen. Wir kamen unserem Traumland immer näher 🙂 .

Das Wetter in Dänemark wurde auch immer besser und die Straßen deutlich leerer als in Deutschland. In der Mitte Dänemarks war (rote Zone!) das Anhalten, vor allem aber das Übernachten wegen Corona verboten, so hatten die Norweger es festgelegt. Wir steuerten deshalb am Nachmittag recht weit im Norden den Campingplatz „Strand Camping Løkken“ an. Damit waren wir von Hirtshals, wo am Folgetag unsere Fähre ablegen sollte, nicht mehr weit entfernt. Der Campingplatz war gut besucht (viele deutsche Touristen) aber wir fanden gut eine freie “Lücke”. Der Platz liegt direkt am Strand, wo es uns dann auch gleich hinzog. Später nach dem Abendessen schlenderten wir nochmals am Strand…

Das war eine gute Einstimmung auf den anstehenden Urlaub. Jetzt hofften wir nur noch, am nächsten Tag auch problemlos – trotz der anstehenden Corona-Grenzschließung – nach Norwegen zu kommen. Auf jeden Fall fühlte es sich hier am Strand schon richtig nach Urlaub an 🙂


27.08.2020 (Do) – Von Dänemark mit der Fähre nach Norwegen und dann weiter nach Lunde (Telemark)

Campingplatz StartLøkken Strand Camping, Dänemark
Campingplatz ZielTelemark Kanalcamping, Lunde, Norwegen
gefahrene Kilometer108 (zzgl. Fähre)
WetterSonne und angenehme Temperaturen

Heute war der ersehnte Tag, an dem unsere Fähre nach Norwegen ging. Wir konnten es ganz entspannt angehen lassen. Bis Hirtshals waren es nur noch ca. 30km und die Fähre ging erst 12:45. Nach einem letzten kleinen Spaziergang an den Strand ging es dann mehr als pünktlich los. Es zog uns in den Norden 😉

Als wir gegen 11 Uhr am Fährterminal der Colorline ankamen, standen schon einige Autos für die Überfahrt nach Larvik da, aber alles war noch recht überschaubar. Wir kamen in die Spur ganz links, eigentlich die “Wohnmobil-Spur”. Am Ende waren es gerade mal fünf Camper insgesamt, davon zwei Norweger und nur drei Deutsche… Ganz anders, als wir es von unseren früheren Reisen kannten, wo gefühlt hunderte Camper gleichzeitig mit uns reisten. Das waren bestimmt die Auswirkung von Corona und der anstehenden Grenzschließung. Gut für uns, dann würde es unterwegs hoffentlich nicht allzu voll werden 🙂 . Sowohl im gesamten Hafengelände von Hirtshals als auch auf der Fähre war Maskenpflicht. Kein Problem für uns, kannten wir ja bestens aus Deutschland…

Wir verbrachten die ca. 4h auf der Fähre abwechselnd außen auf dem Deck und drinnen in der Cafetaria. Es war alles sehr leer, überall standen Desinfektionsspender. Als wir Larvik erreichten, wurden wir in kleinen Gruppen – nach Parkdeck aufgeteilt – aufgerufen, um zu den Autos zurückzukehren, damit sich keine dichten Menschenansammlungen bildeten. Man fühlte sich bei Colorline auch zu Coronazeiten sehr gut aufgehoben. Etwas früher als geplant kamen wir in Larvik an und waren das zweite Auto, das von der Fähre gelassen wurde. Der Zoll war kein Problem, wir wurden durchgewunken und so atmeten wir durch, endlich in Norwegen angekommen zu sein. Das war in diesem Coronajahr alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Für die erste Nacht hatten wir uns den Platz „Kanalcamping“ in Lunde, direkt am Telemarkkanal rausgesucht, wo wir Freunde aus Deutschland treffen wollten. Bei bestem Wetter kamen wir gegen 18 Uhr an – der Weg dorthin war schon ein kleines Highlight für sich – es ist einfach so toll, durch Norwegens beeindruckende Landschaft zu fahren. Gemeinsam mit unseren Freunden, deren dreiwöchige Norwegentour gerade zu Ende ging, verbrachten wir einen sehr netten Abend.

Glücklich, endlich wieder in Norwegen zu sein, schliefen wir zufrieden ein. Wir zogen übrigens direkt in der ersten norwegischen Nacht unsere mitgebrachten Winterdecken auf – bei klarem Himmel gab es nur einstellige Temperaturen.


unser Tour als Map (Tag1 bis Tag3):


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2 Kommentare

  1. Hi ihr zwei,
    Es war klasse dass es mit einem Treffen in Lunde geklappt hat. Das war ein sehr netter Abend, brav mit Corona-Abstand.
    Liebe Grüße
    Sonja&Axel

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