Tag 16 & 17: Noch mehr Senja – Roadtrip und Wandern im Anderdalen NP


09.09.2020 (Mi) – Mit dem Camper die norwegische Landschaftsroute (Straße 86/862) von Bothamn nach Gryllefjord abgefahren

Campingplatz StartFjordbotn Camping, Senja, Norwegen
Campingplatz ZielWanderparkplatz Flatneset, Senja, Norwegen
gefahrene Kilometer131
Highlights:Viewpoints & Scenic Highway auf Senja
WetterWechselhaft & windig, ziemlich bewölkt, aber meistens trocken

Am heutigen Tag sollte mal Wanderpause sein, stattdessen wollten wir uns die Norwegische Landschaftsroute Senja anschauen. Vom Campingplatz aus fuhren wir erstmal wieder auf die Küstenstrasse und dort bis nach Botnham, wo normalerweise (im Sommer) die Fähre nach Kvaloya abgeht. Die Fähre fuhr nicht mehr (das wussten wir), das Dorf war ziemlich tot. Also fuhren wir wieder zurück, kamen unterwegs an eine Stichstraße nach Husoy. Dieser Ort liegt auf einer kleinen vorgelagerten Insel, vor der Inselzufahrt gibt es einen Stellplatz für Wohnmobile, man sieht, dass sich in dem Ort viel um Fischfang dreht. Wir hielten an und machten ein paar Bilder, das Wetter war aber nur so mittelprächtig, bald fuhren wir zurück Richtung der Straße 862.

Unterwegs hielten wir erstmal zum Frühstücken an, anschließend ging’s auf der Küstenstrasse nach Westen, wir machten noch mehrere Stops, schauten uns z.B. den Segla nochmal von der anderen Seite der Bucht an, hielten am Ersfjord-Strand,

am Tungeneset-Rastplatz und am Bergbotn.

Weiter nach Westen ging’s nochmal nach Hamn i Senja und schließlich bis nach Gryllefjord. Dort geht im Sommer die Fähre nach Andenes auf die Vesteralen, aber auch diese Fähre fuhr nicht mehr, entsprechend war auch in diesem Ort tote Hose.

Wir fuhren zurück in östliche Richtung und fanden einen tollen Boondocking-Platz, der eigentlich der Trailhead zur Flatneset-Wanderung war. Dort ließen wir den Tag ausklingen.

Das abendliche Ausschau halten nach Nordlichtern war nicht noch Erfolg gekrönt, in dieser Hinsicht hat uns Senja also nicht verwöhnt. Die Küstenstraße bietet aber immer wieder tolle Ausblicke auf herrliche Landschaft, mit engen Straßen und unbeleuchteten Tunneln hält Senja für Wohnmobilisten auch ein bisschen Nervenkitzel bereit.

 

Unsere Tagestour als Map:

 


10.09.2020 (Do) – Wanderung zum Åndervatnet See im Anderdalen Nationalpark auf Senja und weiter über die E6 nach Skibotn

Campingplatz StartWanderparkplatz Flatneset, Senja, Norwegen
Campingplatz ZielOlderelv Camping, Skibotn, Norwegen
gefahrene Kilometer208
Highlights / Wanderungen:Anderdalen NP, Senja
Wanderung zum Åndervatnet
Wettermorgens trocken, später immer mehr Regen

Obwohl die Wettervorhersage nicht optimal war, wollten wir an unserem letzten Tag auf Senja nochmal wandern, es war Regen angesagt, der im Lauf des Tages schlimmer werden sollte. Wir waren gespannt.

Wir fuhren in den Anderdalen Nationalpark, dazu ging’s ein paar Kilometer über eine Gravelroad. Der Wanderparkplatz liegt gegenüber von einem Campingplatz, wir wollten zum Andervatnet (See) laufen.

Der Anfang des Wegs ist fast rollstuhlgeeignet, ein geschotterter Weg, der an einigen Hütten vorbeiführt. Der Wanderweg “Senja Pa Langs” führt durch den Andervatnet Nationalpark, teilweise sahen wir Plätze, an denen Wanderer ihre Zelte aufstellen konnten, auch Feuerholz stand teilweise bereit. Dann kam eine Abzweigung und es ging ab in’s Geräusch, ohne es zu wollen liefen wir einen 3km-Loop, der unseren Wandertag entsprechend verlängerte. Aber wir sind ja nicht aus Pappe. Auf der Wanderung gab es viel Wasser, kleine Tümpel, alte Bäume, der Boden rot und gelb, alles sehr fotogen.

Am Ende des Loops kamen wir wieder an die Abzweigung und gingen diesmal rechtsrum, es ging bergab, wir waren wieder auf dem richtigen Weg. Dann wurde es sehr feucht von unten, immer wieder ging es über Bohlenwege über nasse Wiesen, dann über nasse Steine, über nasse Wurzeln, über sehr nasse Wege. Nix für Espandrillos. Schon eher beschwerlich der Weg, wie angekündigt fing es dann auch zu regnen an, so dass es nicht nur von unten, sondern auch von oben ziemlich feucht wurde. Entsprechend fühlte sich die Wanderung wohl auch etwas länger an, als sie bei sonnigem Wetter gewesen wäre.

Irgendwann erreichten wir den Andervatnet, ein sehr schöner See, fast wäre dort sogar nochmal die Sonne rausgekommen. Dort gab’s eine Hütte, die Wanderern kostenlos für die Übernachtung zur Verfügung stand, wir machten nur eine Snack-Pause und ein paar Fotos vom See.

Dann ging’s zurück, erst der schwere Weg, dann der Bohlenweg, irgendwann wieder der Schotterweg.Verdreckt und ziemlich platt kamen wir wieder am Auto an, immer dort, wo man zwei Hände brauchte, um nicht in den Sumpf zu fallen, regnete es am stärksten, wirklich eine feuchte Angelegenheit.

Als wir wieder an unserem Parkplatz ankamen, sahen wir ein ziemlich junges, aufgeregtes Paar, das mit seinem ziemlich alten kleinen Campingbus ziemlich nah an unserem Camper stand. Die beiden hatten sich beim Rückwärtsfahren die Heckscheibe an unserem Fahrradträger zerstört, überall Scherben und wir hofften, dass es unserem Auto, unserem Fahrradträger und unseren Fahrrädern gut ging. Ulli’s Fahrrad wurde vom Fahrradträger runtergenommen und eine Runde gefahren, es schien alles ok zu sein. Wir tauschten Telefonnummern aus, dann machten wir uns auf den Weg. Das junge Paar machte sich auf die Suche nach einer Autowerkstatt, um nicht den Rest ihres Norwegen-Urlaubs ohne Heckscheibe verbringen zu müssen. Hoffentlich hat’s geklappt!

Wir hatten angesichts des Wetters umdisponiert und wollten zuerst in die Lyngen-Alpen, dann nach Tromso, also ging’s Richtung Lyngenalpen. Wetter war wie vorher beim Wandern nur so mittelprächtig, wir hatten auf der E6 einen Parkplatz zum Übernachten anvisiert, der aber wegen Bauarbeiten geschlossen war, deswegen fuhren wir an der Abzweigung in die Lyngen-Alpen vorbei bis nach Skibotn. Dort gab es einen Campingplatz, auf dem wir ein Plätzchen fanden. Das passte grad gut, wir trockneten den Rest des Abends unsere nassen Klamotten, wuschen unsere Wanderhosen, die nach Waschen und Schleudern definitiv trockener waren als vorher.

An der Rezeption war niemand mehr, wir wollten also am nächsten Morgen bezahlen. Außerdem hatten wir Strom und konnten unseren Heizlüfter verwenden. Der war heute besonders hilfreich, denn nicht nur unsere Klamotten, auch unsere Wanderschuhe waren klitschnass. Auf dem Campingplatz waren wir umgeben von vielen riesigen norwegischen Wohnmobilen mit Fake-Kaminfeuer im Fahrerhaus. Was für ein Kontrast zum Boondocking auf Senja.

unser Tagestour als Map:


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