Camping im Coronajahr 2020 – ein Rückblick

Ein Jahresrückblick über unser viertes Jahr mit dem eigenen Kasten oder auch “Camping im Corona-Jahr”

Das Jahr 2020 verlief so ganz anders als wir es uns am Jahresanfang vorgestellt hatten. Die Coronakrise führte zweimal zu größeren Lockdowns – im Frühjahr und Herbst, wo auch alle Camping- und Stellplätze geschlossen wurden. In den Monaten dazwischen gab es einen regelrechten Campingboom mit entsprechend vollen Campingplätzen.

Unsere für dieses Jahr lang geplante und ersehnte Namibia-Camperreise müsste leider ausfallen.

Trotz allem hatten wir rückblickend ein ziemlich gutes und ausgefülltes Reisejahr mit vielen kleineren und einer sehr großen Camperreise. Wir konnten tatsächlich viel unternehmen und sind zum Glück gesund geblieben.


Januar 2020

Wie schon vor zwei Jahren starteten wir unser Campingjahr mit einem Wochenende auf dem “Wiesencampingplatz” in Hemsbach im Odenwald. Unser Camper stand seit einigen Wochen unbewegt vor der Haustür, da war es mal wieder an der Zeit, ihn anständig durchzuheizen und die Batterien aufzuladen. Der Campingplatz in Hemsbach ist einer der wenigen in der Umgebung, der auch in den Wintermonaten geöffnet hat.

Wir nutzten den Wochenendausflug für eine Radtour nach Lorch und Heppenheim. Das Wetter meinte es nicht allzu gut mit uns. Kalter Wind und mehrere heftige Regenschauer überraschten uns auf der Tour. Trotzdem genossen wir den “Campingauftakt 2020”.


Februar 2020

Im Februar hatten wir an den Wochenenden andere Pläne, außerdem war es recht kalt. So blieb der Camper den ganzen Monat vor der Tür stehen.

Im März wollten wir dann aber unbedingt wieder los. Noch ahnten wir nicht, dass sich in den nächsten Wochen Vieles grundlegend ändern würde…


März 2020

Anfang März planten wir recht spontan ein Campingwochenende im Bamberg. Wir kannten die Stadt noch nicht und fanden gleichzeitig einen nett klingenden – und vor allem zu dieser Zeit offenen – Campingplatz, der gleichzeitig auch für Rad- und Wandertouren günstig lag. Eine Erkältung kam dazwischen, wir wollten um eine Woche verschieben. Doch daraus wurde nichts: Die Meldung über rasant steigende Coronazahlen bestimmte mittlerweile unseren Alltag – Mitte März kam der Lockdown – Reiseverbot und geschlossene Campingplätze inklusive.

Wir nutzten die Zeit, um unseren Camper etwas “aufzurüsten”. Wir ließen uns bei unserer Vantourer-Werkstatt ein Solarpanel aufs Dach setzen und einen Batteriecomputer zur genaueren Anzeige des Ladezustands einbauen.

Ebenfalls brachten wir unseren ersten TüV und die jährliche Dichtigkeitsprüfung erfolgreich hinter uns.

Für den Innenraum gönnten wir uns bessere Sichtschutzmatten für die Frontfenster, von denen wir uns einen besseren Wärme- und Kälteschutz versprachen (irgendwann wird es doch auch mal mit dem Wintercamping klappen 😉 ) und peppten den Innenraum mit einigen Fotos unserer letzten Reisen auf.

Das “Nichtcampendürfen” ließ unsere Reisesehnsucht ganz schön wachsen und so testeten wir unsere Errungenschaften Ende des Monats mit einer Campingnacht vor der Haustür. Immerhin…


April 2020

Der Lockdown hielt an, auch wenn die Corona-Infektionszahlen in Deutschland zum Glück wieder zurückgingen. Es war im April nicht absehbar, ob und wann wir überhaupt wieder würden reisen können. Unsere langgeplante Camperreise nach Namibia verschoben wir schweren Herzens um 12 Monate in’s Jahr 2021 und hofften, wenigstens innerhalb Deutschlands bald wieder reisen zu dürfen.

Der April 2020 war geprägt von gespenstig leeren Straßen, geschlossenen Campingplätzen, Restaurants, Spielplätzen und wir begannen, uns unsere eigenen Masken zu nähen… Man spürte, wie wenig selbstverständlich doch das vermeintlich Selbstverständliche ist.


Mai 2020

Der Lockdown wurde langsam gelockert, das erste Bundesland mit offenen Campingplätzen war Niedersachsen – wir fuhren ganz spontan in den Harz und ein paar Tage später an die Weser (auch Hessen hatte die Campingplätze wieder geöffnet) – herrlich. Einen etwas ausführlicheren Bericht zu der Reise haben wir hier veröffentlicht.

Jetzt, wo man endlich wieder reisen konnte – zumindest innerhalb von Deutschland, reservierten wir für das Pfingstwochenende einen Stellplatz auf dem von uns mittlerweile schon recht oft besuchten Campingplatz in Hammelbach im Odenwald. Wir hatten Glück und ergatterten auch hier einen der letzten freien Plätze. Vor Ort erzählte man uns dann später, dass sie für Pfingsten so viele Anfragen bekommen hatten, dass sie jeden Stellplatz mehr als viermal hätten vergeben können. Der Platz war also voll als wir hinkamen. Das war aber nicht weiter schlimm, denn die Stellplätze in Hammelbach sind sehr großzügig. Bei bestem Wetter genossen wir hier drei herrlich entspannte Tage mit Mountainbiken, Wandern und Grillen.


Juni 2020

Zum Glück hatten wir auch direkt nach Aufhebung des Lockdowns einige Tage in Sankt Peter Ording gebucht – von Fronleichnam an sechs Tage, im Anschluss dann noch ein paar Tage an der Ostsee in der Nähe von Eckernförde, dort war es nicht ganz so voll. Wir genossen die Zeit am Meer mit vielen Radausflügen und Strandwanderungen. Die langen Abende verbrachten wir oft mit unseren Kameras am Strand, wo tolle Sonnenuntergänge auf uns warteten.


Juli 2020

Der Juli startete für mich (Ulli) wieder mit einem Wander-Kurzurlaub zusammen mit meiner Schwester, diesmal im Berchtesgadener Land. Auch wenn wir nicht mit dem Camper unterwegs waren, hier einige Bilder. Eigentlich war der Plan, dass Eric am Ende des Wanderwochenendes mit dem Camper nachkommt und wir noch einen kleinen Kurzurlaub dranhängen. Leider waren alle Campingplätze der Umgebung hoffnungslos ausgebucht.

Vielleicht klappt es im neuen Jahr, in dieser herrlichen Gegend ein paar Tage mit dem Camper zu verbringen. Jetzt wissen wir, dass man dafür eher früh als spät buchen sollte 😉 .

Anstelle von Campen in den Alpen ging es dann an einem der Folgewochenenden für 3 Tage in den Rheingau, wo wir (mit einigen Tagen Vorlauf) den letzten freien Stellplatz ergatterten. Auch hier spürte man, dass dieses Jahr viele im eigenen Land Urlaub machten. Am ersten Tag (einem Freitag) unternahmen wir eine Wanderung auf dem bekannten Rheinsteig, der direkt hinter dem Campingplatz entlang führte und tolle Blicke ins Rheintal bot. Hier waren wir die meiste Zeit allein unterwegs. Am zweiten Tag radelten wir am Rheinufer entlang in Richtung St.Goarshausen zur Loreley, nutzten hierfür auch eine der Rheinfähren. Hier war richtig viel los – kein Wunder, es war Ferienzeit und auch gutes Wetter. Einen ausführlichen Beitrag zu diesem verlängerten Wochenende gibt es hier.

 


August 2020

Im August verfolgten wir die Coronasituation in Europa sehr genau. Schließlich stand für September ein größerer Urlaub in Nordnorwegen auf dem Plan, der, nachdem Norwegen im Juli seine Grenzen wieder öffnete, durchaus realistisch wurde. Aber die Infektionszahlen stiegen überall wieder etwas an. Norwegen drohte mit erneuter Grenzschließung. Wir stellten uns deshalb schon auf alternative Reiseziele ein, freundeten uns mit einer Camperreise durch Bretagne & Normandie an. In Frankreich stiegen die Zahlen allerdings sehr besorgniserregend, also keine wirklich gute Alternative. So planten wir schnell um, zogen unseren großen Jahresurlaub vor, verschoben unsere Fährbuchung zehn Tage vor und starteten Ende August nach Norwegen – gerade noch rechtzeitig, bevor Norwegen die Einreise für Deutsche nur noch mit Quarantäne gestattete.

Trotz holprigem und hektischem Start folgten sechs herrliche Wochen in Skandinvien. Bis Ende August führte uns unsere Tour von Deutschland über Dänemark nach Norwegen – zunächst über Telemark und Rondane Nationalpark nach Trondheim, dann das erste Stück des Kystriksveiens FV17 bis nach Bronnoysund.

Der ausführliche Reisebericht ist hier.

Hier einige Fotoeindrücke der Augusttage.

 


September 2020

Den kompletten September waren wir auf unserer Nordskandinavienreise unterwegs. Es war ein Traum – herrliche Natur, Weite, Leere, tolle Wanderungen. Es war so schön, so viel Zeit für das wunderschöne Norwegen zu haben – insbesondere Lofoten, Lyngenalpen, Tromso und Senja erkundeten wir im September. Am 29.09. ging es dann über Narvik nach Schweden. Neben vielen Wanderungen, hatten wir das große Glück, in mehreren Nächten das Polarlicht zu erleben. Nicht immer war uns das Wetter wohlgesonnen. So erlebten wir auf den Lofoten zweimal einen extrem starken Herbststurm. Das war schon etwas beunruhigend, so etwas in der freien Natur im Camper ohne Schutz aussitzen zu müssen.


Oktober 2020

Auch Anfang Oktober waren wir noch weit jenseits des Polarkreises unterwegs. Zunächst erkundeten wir den Abisko Nationalpark in Schweden. Doch schon bald führte uns unser Weg aber wieder nach Süden gen Heimat – quer durch Schweden über die E45.

Ende Oktober wollten wir eigentlich gerne nochmal für ein verlängertes Wochenende mit dem Camper los. Leider hat es sich irgendwie nicht ergeben.


November 2020

Im November stand der Camper komplett vor der Tür – unfreiwillig, aber mittlerweile waren die Coronazahlen wieder so hoch, dass es einen Lockdown Light gab, der die Schließung aller Camping- und Stellplätze in Deutschland zur Folge hatte. Touristische Reisen, selbst im Camper, waren verboten.


Dezember 2020

Im Herbst hatten wir noch die Hoffnung, wenigstens im Dezember nochmal für ein paar Tage die Wohnung gegen den Camper tauschen zu können, z.B. an einem unserer Geburtstage. Durch die Solaranlage auf dem Dach waren wir nun flexibler und nicht mehr unbedingt auf einen offenen Campingplatz angewiesen. Die Coronasituation wurde allerdings immer schlimmer und aus einem Lockdown Light wurde ein harter Lockdown, sogar mit Ausgangssperre in unserem Landkreis ab 21 Uhr. So blieb der Camper vor der Tür stehen. Sehr schade, dass die große Norwegentour tatsächlich unsere letzte Camperreise in 2020 war.

Obwohl – einen allerletzten “Miniausflug” gab es dann doch noch am 2.Weihnachtsfeiertag. Allerdings nur ein kleiner Tagesausflug in den Spessart, denn Übernachten im Camper war ja verboten.


Wir hoffen, dass das Jahr 2021 besser wird, als das Jahr 2020 zu Ende gegangen ist. 2020 hat uns gelehrt, dass man mit kleinen Sachen zufrieden sein sollte, die Gesundheit das Wichtigste ist und nichts selbstverständlich ist. Wir schätzen uns glücklich, dass wir trotz dieser Pandemie so viele tolle Campingtage erlebten durften, von denen wir im langen Winter immer wieder zehren konnten.


Jahresrückblicke der vergangenen Jahre:

2 Kommentare

  1. Hi ihr beiden,
    die Gestaltung eures Rückblickes gefällt mir ausgesprochen gut. Eine tolle Idee, so eine Übersicht.
    Liebe Grüße eure fernweh geplagte
    Sonja

    • Hi, liebe Sonja,
      ich mag es auch total gern, in unseren Reiserückblicken zu stöbern und uns ein wenig zurückzuträumen. Auch wenn das aktuell ganz schön viel Fernweh auslöst. 🙁 Wird schon wieder…

      Liebe Grüße, Ulli

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