Camping im Wispertaunus und Nahetal

Das Jahr 2021 ist schon wieder ganz anders angelaufen, als wir uns das letztes Jahr vorgestellt hatten. Seit unserer Rückkehr aus Norwegen im letzten Herbst befanden wir uns quasi mehr oder weniger im Shutdown. Touristische Übernachtungen, und damit auch das Camping, waren seit Monaten verboten. Während es in den Wintermonaten noch einigermaßen auszuhalten war, “schmerzte” es im Frühjahr schon sehr, dass uns das Übernachten in unseren eigenen 4 Wänden wieder untersagt war und keine Auszeiten in der Natur, kombiniert mit einer Campingnacht, erlaubt waren. Anfang Mai dann endlich erste Anzeichen, dass erste Landkreise – wenn auch mit diversen Einschränkungen und Hürden – öffnen durften. Endlich sanken die Infektionszahlen Stück für Stück. Wann es in unserer näheren Umgebung die ersten Campingplatz-Öffnungen geben sollte, war noch nicht klar. Aber voller Optimismus buchten wir uns einfach mal auf zwei Campingplätzen für das letzte verlängerte Maiwochenende ein (das war das Wochenende zwischen Pfingsten und Fronleichnam, wir hofften, dass es dann nicht so voll sein würde wie an den Feiertagen selbst).
Und tatsächlich durfte ab Mitte/Ende Mai dann auch endlich in unserer Gegend geöffnet werden.

Es gab noch diverse Einschränkungen – so durften die Plätze in Hessen nur zu 60% belegt werden, außerdem war ein Coronatest erforderlich. Dafür waren die Sanitäranlagen geöffnet. In Rheinland-Pfalz, wo wir den zweiten Platz gebucht hatten, brauchte man zwar keinen Coronatest, dafür musste man Toilette und Dusche im eigenen Camper nutzen. Aber alles keine großen Hürden – endlich ging es wieder auf Tour und wir freuten uns riesig – und das nach unglaublichen 7,5 Monaten Campingpause.



3 Tage im Wispertal

Ende Mai ging es los in den Wisperpark. Dieser Platz befindet sich im Wispertaunus/Wispertal – eigentlich bei uns quasi “um die Ecke”, trotzdem kannten wir diese Gegend bisher überhaupt noch nicht. Die Wettervorhersage hätte nicht besser sein können. Nach einem viel zu kalten und zu nassen Frühjahr sollte endlich der Wetterumschwung kommen. Jeden Tag viel Sonne und zunehmende Temperaturen.

Camping "Wisperpark", bei Bad Schwalbach, Taunus, Hessen  
GPS:50°07'48.1"N 8°00'27.6"EWann: 28.05.21-31.05.21
Preis: ca. 18€ pro NachtAnzahl Plätze:ca. 20 Touristenplätze
Homepage:https://www.wisperpark.de/
Beschreibung:- kleiner Platz im Wald an der Wisperstraße (Straße hört man nachts aber nicht)
- recht viele Dauercamper, trotzdem war Atmosphäre sehr nett und ungezwungen
- viele Wandermöglichkeiten in der Umgebung
- Brötchenservice und Restaurant am Wochenende

Das Wispertal ist bekannt für seine Wispertrails. Es gibt eine längere 2-Tages-Oneway-Tour (Wispertaunussteig von Kemel nach Lorch/Rhein) und ca. 13 Premiumtagestouren. Im Netz sind diese Touren sehr gut beschrieben (hier) und wir bekamen auf dem Platz auch ein Tourenheft. Zwei der Touren probierten wir aus.


“Wispertalsteig”

Der Wispertalsteig ist der erste der Wispertrails (gibt es seit 2009 als Premiumwanderweg) und ist damit sicher einer der beliebtesten. Er klang zumindest sehr spannend, deshalb hatten wir uns diesen rausgesucht. Mit 14,6km und knapp 500HM ist er sicher auch eine der anstrengenderen Touren. Der Startpunkt der Tour befindet sich in Espenschied, dafür mussten wir mit unserem Camper ca. 12km fahren – es ging über die Wisperstraße, die sich herrlich durch das Wispertal schlängelt und deshalb auch bei Motorradfahrern sehr beliebt ist. Wir starteten direkt nach unserem Frühstück auf dem Campingplatz, vermuteten wir doch einigen Andrang am Parkplatz – es war Samstag und bestes Wetter.

Als wir gegen 10:30 ankamen, war der Hauptparkplatz schon gut besucht, aber dahinter konnte man noch entlang einer kleinen Straße am Feldrand parken. Das empfiehl uns auch direkt der “Parkplatzwächter”. Hier bekamen wir für unseren Camper zum Glück noch einen guten Platz, dann wurden die Wanderstiefel geschnürt und es ging los.

Die Tour war sehr abwechslungsreich – es ging über Wiesen, durch den Wald, teilweise durch felsiges Geländer und immer wieder auf und ab. Schließlich müssen die knapp 500 HM ja zusammenkommen. Dieser Wanderweg ist bestens ausgeschildert, es gibt zwischendurch auch die Möglichkeit, den Weg etwas abzukürzen. Wir gingen aber die komplette Runde. Mit einer Picknickpause zwischendurch waren wir ca. 5h unterwegs.

 


“Schwälbchen’s Flug”

Dieser Trail verläuft nur ca. 1km vom Campingplatz entfernt, deshalb hatten wir uns diese Tour rausgesucht, denn so konnte der Camper auf dem Platz stehen bleiben. Der Weg ist mit 10,9 km und 260 HM angegeben. Mit dem “Zubringer” vom Campingplatz aus sind es dann ca. 13km. Auch dieser Weg war sehr abwechslungsreich – Wald, Wiesen, Raps-Felder und man passierte die zwei kleinen Orte Ramschied und Langenseifen. Auch dieser Wanderweg war gut besucht, es war Sonntag und immer noch bestes Wetter. Auffällig viele Familien waren unterwegs, wahrscheinlich weil die Tour mit ihren knapp 11km etwas kürzer ist.

Diese Wandergegend hat uns wirklich unglaublich gut gefallen. Obwohl wir gar nicht so weit weg wohnen, war dieses schöne Stück Natur bisher komplett an uns vorbeigegangen. Hier werden wir sicher nochmal herkommen und noch weitere Wispertrails ausprobieren – entweder als Tagestour oder auch gern wieder verbunden mit einem Campingwochenende. 🙂



Zwei Tage in Guldental (im Naheland)

Ursprünglich hatten wir nur das verlängerte Wochenende im Wispertaunus geplant. Als wir aber gesehen hatten, wie schön das Wetter werden soll, hatten wir den Kurzurlaub noch etwas länger geplant. Erst dachten wir, dass wir vielleicht ein paar Tage im Rheingau dranhängen, allerdings waren dort teilweise die Campingplätze schon ausgebucht, und uns schreckte auch etwas der Trubel (enges Rheintal, Straße, Züge, Schiffsverkehr, viele Touris) ab. Nach etwas Recherche im Netz sind wir nach einer Weile auf den Campingplatz “Lindelgrund” gestoßen. Der war auch nicht viel weiter entfernt, klang vielversprechend und irgendwie ruhig und idyllisch.

Auf dem Weg vom Taunus ins Nahetal machten wir dann doch noch einen kleinen Abstecher in den Rheingau – zum Kloster Eberbach. Erfreut stellten wir fest, dass es hier für Camper sehr gute Parkmöglichkeiten gab, kann gut sein, dass man da sogar übernachten kann. Wir schlenderten über die sehr schöne Parkanlage und schauten uns das Gemäuer von außen an. Irgendwann entdeckten wir das Cafe “Klosterschänke” mit seiner schönen Terrasse. Es war – obwohl es Montag war – sehr gut besucht. Wir fanden aber noch einen netten Platz – zum Glück durfte man hier ohne Coronatest rein. Das war für uns das erste Mal wieder Außengastro seit fast 9 Monaten – seit unserem Besuch in Svolvaer, auf den Lofoten. Kaum zu glauben – aber so fühlte es sich wirklich als etwas ganz besonderes an – auch wenn es nur Kaffee & Kuchen gab.

Weiter ging es ins Nahetal. Die Fahrt war etwas nervig – es ging über volle Autobahnen zwischen Wiesbaden und Mainz – also kurz gefühlt wie auf dem Weg zur Arbeit. Aber ein halbes Stündchen später konnten wir abbiegen und befanden uns wieder in Urlaubsstimmung. Wir steuerten unseren zweiten Campingplatz an. Er lag idyllisch oberhalb von Weinhängen. Ein Teil des Platzes ist terrassenartig angelegt und wir bekamen einer der Plätze ganz oben mit schönen Blick ins Tal. Anstelle von Hecken wurde man hier von seinem Nachbarn mit Weinreben getrennt – sehr nett. In Rheinland-Pfalz waren wegen Corona die Sanitäranlagen noch gesperrt, man bot uns aber für 5€ am Tag eine der Duschen und Toiletten zur alleinigen Nutzung an. Wie nett – da sagten wir nicht nein. Vielleicht hatte man ja Mitleid mit unserem kleinen Camper? 😉

Camping "Lindelgrund", Guldental, bei Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz  
GPS:49°53'01.4"N 7°51'25.9"EWann: 31.05.21-02.06.21
Preis: ca. ???€ pro NachtAnzahl Plätze:ca. 50 Touristenplätze
Homepage:https://www.lindelgrund.de/
Beschreibung:- sehr schön gelegener Campingplatz in den Weinbergen
- sehr moderne Sanitäranlagen, leckeres Restaurant (italienisch / indisch), Brötchenservice
- schöne Rad- und Wandermöglichkeiten
- der kleine Ort Guldental in der Nähe mit Einkaufsmöglichkeiten (Supermarkt, Bäcker) und vielen Weingütern

Direkt unterhalb des Platzes starten schöne Wander- und Radmöglichkeiten. Ich, Ulli, erkundete am Nachmittag per Rad die direkte Umgebung. Am nächsten Tag nahmen wir den Eremiten-Pfad unter die Beine – das war eine Empfehlung, die wir an der Rezeption erhalten hatten und direkt am Platz startete. Eine sehr schöne, abwechslungsreiche Tour – etwas Wald, viel Weinreben, viel Ausblicke, etwas rote Felsen, Rapsfelder und als Highlight am Ende die “Felseneremitage”.

Auch dieser Kurzurlaub im Nahetal hat uns sehr gut gefallen. Noch ein weiterer Platz, der gerade mal eine Stunde von daheim entfernt ist. Hier kommen wir sicher nochmal her – gerade im Herbst, wenn sich das Weinlaub verfärbt, stellen wir uns diese Gegend sehr schön vor.

 

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