Camping im Harz und an der Weser

Dieses Campingjahr 2020 ist ganz anders als wir es uns am Jahresanfang vorgestellt hatten. Eigentlich wären wir im Mai 2020 mit einem gemieteten Bushcamper im heißen Sand von Namibia unterwegs, der Corona-Virus hat aber alles auf den Kopf gestellt. Den Namibia-Urlaub haben wir auf 2021 verschoben, aber auch das Reisen im eigenen Camper war, trotz prinzipiell guter Isolations-Möglichkeiten, wochenlang verboten, so wie prinzipiell alle “touristischen Reisen”.

Anfang Mai verkündete das Land Niedersachsen – für uns ziemlich überraschend – den Tourismus langsam wieder in Gang zu setzen und als erstes Bundesland am 11.05. die Campingplätze wieder zu öffnen mit einer Belegungsquote von 50%. Das kam für uns perfekt gelegen. Denn auch wenn wir den Namibia-Urlaub um ein Jahr geschoben hatten, so hatten wir genau in dieser Zeit eine Woche Urlaub geplant. Wir hatten uns schon auf Balkonien eingestellt, aber so hieß es ganz schnell, einen Campingplatz für ein paar Tage in Niedersachsen zu finden.

Der “Run” auf die ersten wenigen geöffneten Campingplätze war groß – deshalb entschieden wir uns auch gegen die Nordseeküste und für den Harz. Die Wettervorhersage war nur mäßig gut, denn die Eisheiligen standen vor der Tür. Das war uns aber egal – endlich, endlich durften wir wieder mit dem Camper los. Unsere Vorfreude war riesig…



4 Tage im Westharz

Ich hatte einige Campingplätze angeschrieben – und zum Glück bekamen wir auf unserem favorisierten Platz “Das Kreuzeck” nahe Goslar/Hahnenklee einen der begehrten Plätze. Wanderstiefel und Mountainbikes waren wie immer mit dabei und so erlebten wir hier einen wirklich schönen Kurzurlaub.

Der Campingplatz liegt herrlich in der Natur an einem See. Vom Platz aus kann man prima direkt los wandern oder radeln. Als wir ankamen, war aufgrund von Covid19 noch das Sanitärgebäude geschlossen, wurde aber zum Glück am nächsten Tag geöffnet.

Camping "Das Kreuzeck", Goslar-Hahnenklee  
GPS:51°50'48.3"N 10°20'59.6"EWann: 12.05.20-15.05.20
Preis: ca. 30€ pro Nacht (inkl Strom)Anzahl Plätze:ca. 130 Touristenplätze
Homepage:https://www.camping-harz.com/
Beschreibung:- idyllischer Campingplatz direkt an einem See und Waldlage.
- Stellplätze sind sonnig.
- sauberes, neues Sanitärgebäude, Brötchenservice
- sehr leckeres Restaurant ("das Schoko") am Platz

Liebesbankweg

Der Liebesbankweg gilt als ein besonders schöner Wanderweg im Harz und führt direkt am Campingplatz vorbei. Mit seinen knapp 8km war das die perfekte Einstimmung am Nachmittag nach unserer Anreise. Der Weg ist nicht besonders anspruchsvoll, führt aber durch wirklich sehr schöne Natur – entlang an Seen, auf eine Anhöhe mit schönem Ausblick und immer wieder stößt man am Wegesrand auf sehr originelle “Liebesbänke”.

In Hahnenklee (dort ist der eigentlich Haupteinstieg in den Weg) führt der Weg auch an der beeindruckenden Stabkirche vorbei, die ein bisschen “Norwegen-Feeling” aufkommen lässt.


Radtour nach Goslar

Am nächsten Tag erkundeten wir Goslar mit den Mountainbikes. Ich hatte uns im Vorfeld einen GPS-Track vom Campingplatz durch den Wald nach Goslar gebastelt. Da konnte man schon sehen, dass diese zwei Orte zwar nur ca. 12km auseinander lagen, allerdings auch über 300 Höhenmeter. Entsprechend angenehm war der Hinweg. Es ging durch den Wald und die meiste Zeit ziemlich entspannt bergab. Ungefähr auf der Mitte des Weges kamen wir auch an der Granetalsperre vorbei.

In Goslar spürte man, wie der Tourismus ganz zaghaft wieder zu leben begann. Es war der erste Tag an dem es in Niedersachsen gestattet war, wieder Restaurants zu öffnen, Touristen waren nur vereinzelt unterwegs. Auch die Temperatur von 8 Grad wird dazu beigetragen haben, dass sich nur ganz vereinzelt jemand an einen der vielen Tische in den Außenbereichen setzte.

Auf dem Marktplatz taten wir aber genau das – wir setzten uns draußen vor ein Eiscafé und genossen endlich wieder diesen Moment der Normalität. Ganz normal war es allerdings nicht, im Gegenzug für Eisbecher und Kaffee mussten wir mit Zettel&Stift unsere Personalien hinterlassen.

Später schauten wir uns noch die Kaiserpfalz an (nur von außen – innen war es geschlossen), bevor wir mit den Rädern wieder den Rückweg antraten. Der war erwartungsgemäß deutlich anstrengender als der Hinweg. Trotzdem ein sehr gelungener Ausflug.


Wanderung auf dem Harzer Hexenstieg von Altenau nach Torfhaus und über die Wolfswarte zurück

Im Rother Wanderführer hatten wir uns eine länger, gut klingende Tour rausgesucht – von Altenau über den Harzer Hexenstieg am “Oberharzer Wasserregal” (Seit 1992 Weltkulturerbe) nach Torfhaus und von dort über die Wolfswarte wieder zurück nach Altenau. Hierfür mussten wir knappe 20km mit dem Camper zum Wanderparkplatz fahren. Wir hatten erst etwas Bedenken, dort zu parken, aber das war gar kein Problem – ausreichend Platz und kaum andere Autos.

Leider ließ sich die Sonne nur wenig blicken, trotzdem war es eine sehr schöne Tour. Die Landschaft war sehr vielfältig – stellenweise aber auch stark von umgestürzten Bäumen geprägt. Ein Stück des Harzer Hexenstiegs muss sogar aufgrund der Sturmschäden dauerhaft umgeleitet werden.


Traumklippen & Felsen – Wanderung im Okertal

Am letzten Tag unseres Harzausflugs hatten wir uns eine kürzer Wanderung im Okertal rausgesucht. Da dieser Tour recht beliebt sein soll und die Parkmöglichkeiten recht schnell erschöpft sein sollen, haben wir auf dem Campingplatz morgens alles zusammengepackt, schnell ausgecheckt und das Frühstück dann auf dem Parkplatz nachgeholt. Das war auch gut so, denn so bekamen wir noch einen für unseren Camper geeigneten Platz – kurze Zeit später war alles voll.

Der Startpunkt der Tour ist am Romkehaller Wasserfall – der höchste Wasserfall des Harzes. Der Weg führte auch direkt sehr steil nach oben, von wo aus man Wasserfall ins Tal “stürzen” sah. Hier oben startete dann die eigentliche Tour – es ging von einer Felsklippe zur nächsten. Diese haben so Namen wie Kästeklippe, Mäusefalle, Hexenkessel, Mönch&Nonne oder auch Treppenstein. Beeindruckende Felsformationen und herrliche Aussichten, und das ganze bei Sonnenschein – da hat sich der Harz nochmal von seiner schönsten Seite gezeigt.

Nach der Tour sind wir dann gegen Mittag aufgebrochen an die Weser…



Ein Wochenende an der Weser

Kurz vor Abreise in den Harz hatten wir noch zwei weitere Tage in Nordhessen auf dem Campingplatz gebucht. Denn auch hier wurden einige Tage nach Niedersachsen die Campingplätze wieder eröffnet. Wir entschieden uns für den Platz “Camping am Fluss” in Oberweser. Zum einen waren wir hier schon vor drei Jahren für eine Nacht zu Beginn unserer Norwegentour. Vor allem aber hatten sich auch Freunde von uns hier übers Wochenende eingebucht und wir freuten uns schon auf ein Wiedersehen.

Camping am Fluss, Oberweser  
GPS:51°35'34.5"N 9°35'22.2"EWann: 15.05.20-17.05.20
Preis: 22€ pro Nacht (ohne Strom)Anzahl Plätze:ca. 40 Touristenplätze
Homepage:https://www.campen-am-fluss.de/
Beschreibung:- sehr schöner, sonniger und ruhiger Platz direkt an der Weser
- großzügige grüne Stellplätze
- kleines Restaurant am Platz

Knappe zwei Stunden (inkl. Lebensmittel-Versorgungsstopp) brauchten wir vom Harz bis an die Weser. Der Platz hatte nach der Corona-Pause gerade erst für wenige Stunden geöffnet, als wir ankamen. Es ging an der Anmeldung noch etwas chaotisch zu – viele Neuanreisende, Abstand & Maske und Zettel ausfüllen, dass man sich gesund fühlt und auch niemand mit Corona in den letzten Tagen getroffen hatte. Aber kein Problem, die Stimmung war gut, denn jeder hier war sichtlich froh, endlich wieder reisen und campen zu dürfen.

Das Wetter war sonnig und so verbrachten wir den Nachmittag herrlich entspannt mit Quatschen & Grillen auf dem Platz direkt an der Weser.

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Radtour – der Weserradweg bot sich ja an, da er ziemlich direkt am Platz entlang führt. Wir radelten nach Bad Karlshafen, schleckten dort ein Eis und fuhren später den gleichen Weg wieder zurück. Neben Radfahren gibt es in der Umgebung auch viele Wandermöglichkeiten. Dafür blieb uns aber diesmal keine Zeit. Vielleicht kommen wir nochmal wieder, denn dieser Platz ist (auch wenn es von der A7 aus schon ein ganzes Stück weg ist), sicher nochmal eine Reise wert.


Auch wenn es nicht Afrika sondern “nur” Mitteldeutschland war, so war es richtig schön, endlich wieder mit dem Camper unterwegs sein zu dürfen. 🙂

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