Lofoten im Winter – ein erstes Fazit

Soviel vorab – unser 10tägiger Ausflug auf die winterlichen Lofoten war sehr beeindruckend und hat uns extrem gut gefallen. Wir können jetzt gut verstehen, warum es anscheinend immer mehr Leute, auch viele Camper, Jahr für Jahr in den hohen Norden Norwegens zieht.
Noch sind wir dabei, alle Fotos (über 2000 😉 ) zu sichten und zu sortieren. Deshalb wird es noch etwas dauern, bis der ausführliche Reisebericht fertig ist.

Eine kurze Zusammenfassung und erste Fotoeindrücke soll es an dieser Stelle schon mal geben. (zum ausführlichen, und mittlerweile fertigen Reisebericht gehts hier entlang)


Die Reiseidee

Letztes Jahr hatten wir ja eine Winter-Fotoreise nach Island gebucht, im März 2018 waren wir dort und haben quasi “Blut geleckt”. Damals war es eine organisierte Fotoreise in einer kleinen Gruppe und der Fotograf hat uns die Lofoten sehr “schmackhaft” gemacht. Angefixt von der Lofoten-Idee haben wir schon kurz nach unserer Rückkehr aus Island nach Angeboten geschaut. Recht schnell stand fest, dass wir diese Tour diesmal allein machen wollen – also ohne Organisation & Gruppe.

Es sollte wieder der späte Winter werden in der Hoffnung auf schneebedeckte Landschaft und vor allem Polarlichter. Um die Chance auf gutes Wetter und Nordlichtsichtungen zu erhöhen, entschieden wir uns für eine Reiselänge von 10 Tagen.  Und es war auch sofort klar, dass wir zu dieser Jahreszeit nicht mit unserem Camper reisen, sondern auf die Lofoten fliegen würden.


Flug

Wenn man sich mit den Lofoten etwas genauer auseinandersetzt, merkt man schnell, dass die Anreise gar nicht so einfach ist. Direktflüge gibt es nicht, zumindest nicht bis auf die Lofoten. Direktflüge gibt es nur nach Tromsø, was durchaus eine Option wäre. Allerdings sind es von dort nochmal ca. 500km auf die südlichen Lofoten und das kann bei winterlichem Wetter schon eine Herausforderung sein.

Weitere Alternativen wären noch ein Flug nach Bodø (mit Umstieg in Oslo) und dort weiter mit der Fähre nach Moskenes, allerdings auch nur mit Zwischenübernachtung möglich.

Also entschieden wir uns letztendlich für einen Flug nach Leknes – einer kleinen Stadt direkt auf den südlichen Lofoten. Dies bedeutete allerdings zweimal umsteigen – einmal in Oslo und einmal in Bodø. Für die letzte Etappe ist man nur 25 Minuten in der Luft und das mit einer kleinen Propellermaschine von Widerœ mit gerade einmal 37 Sitzplätzen. Frankfurt-Oslo war “operated by” Lufthansa, Oslo-Bodø ein SAS-Flug. Gebucht haben wir alles zusammen direkt bei SAS.

Ganz billig ist das Ganze auch nicht – ca. 580 EUR haben wir p.P. bezahlt und viele Monate im Voraus gebucht.


Unterkunft & Mietwagen

Wir entschieden uns für zwei verschiedene Standorte – zunächst 6 Tage in Reine. Hier buchten wir ein typisches Rorbu – direkt im Reinefjord, dem bekannten Fotomotiv. Das Haus war auf Stelzen gebaut und gerade an den stürmischen Tagen wackelte und knarzte es ordentlich und man spürte, wie die Wellen unter dem Fußboden anschlugen.

Die zweite Unterkunft wählten wir etwas nördlicher in Vestersand, direkt an der Nordküste, unweit von Eggum.

Beide Ferienwohnungen haben uns ausgesprochen gut gefallen.

Beim Mietwagen entschieden wir uns für eine Golfklasse, bekommen haben wir einen Mazda C3, den wir am Flughafen in Leknes ganz unkompliziert, nicht mal 10 Minuten nach unserer Landung übernehmen konnten. Alle Mietwagen sind zu der Jahreszeit da oben mit Spikes ausgestattet und das war auch dringend notwendig…


Wetter

Bei unseren bisherigen Reisen nach Skandinavien (sowohl Norwegen im Sommer als auch Island im Winter) hatten wir immer wieder etwas Pech mit dem Wetter und waren deshalb auch diesmal schon auf nicht durchweg optimale Bedingungen gefasst, hofften aber natürlich auf viel Sonne und wenn Niederschlag, dann Schnee.

Leider erfüllten sich unsere Wünsche nicht ganz. Bei unserer Anreise lag unheimlich viel Schnee und der erste richtige Tag war ein herrlicher Sonnentag. Aber die Vorhersage für die nächsten Tage versprach nichts Gutes. Es folgten dann erstmal 6 Tage mit mehr oder weniger durchgängigem Regen, der dann auch von Tag zu Tag die Schneeberge schmelzen ließ. Am Ende besserte sich das Wetter aber nochmal – es gab wieder viel Sonne und zwischendurch auch ganz viel Neuschnee, der die Landschaft in ein bezauberndes Weiß hüllte.

Ach ja, Hagel, Sturm und Gewitter waren auch immer wieder dabei.

Die zuverlässigste Wettervorhersage haben wir auf der Seite www.yr.no erhalten – wir checkten wirklich ständig das Wetter, um die trockenen Stunden perfekt auszunutzen.

Aber selbst bei so durchwachsenem Wetter, wie wir es erlebt hatten, waren die Lofoten toll. Und sobald die Sonne rauskommt, ist es wirklich so beeindruckend schön, dass die Regenstunden schnell verblassen.


 Straßen

Nicht umsonst sind die Mietwagen mit Spikes ausgestattet. Gerade bei unserer Ankunft war es so, dass alle Straßen komplett schneebedeckt und spiegelglatt waren. Durch die Spikes ließ es sich aber ganz gut fahren. Ohne Spikes hätte man keine Chance gehabt.

Jede der Straßen ist ein Highlight für sich. Sie verbinden die unglaubliche Natur, wo Berge und Meer direkt aufeinandertreffen. Die einzelnen Inseln sind durch Brücken verbunden, oft führen die Straßen an kleineren und größeren Seen vorbei. Einfach herrlich…

Recht oft kommen einem große Laster entgegen, aber mit Mietwagen kein Problem, es hatte fast überall genug Platz für entgegenkommende Autos. In der Camping-Hochsaison kann es aber sicher hier und da schon mal eng werden.

Die Hauptstraße ist die E10, die all die Lofoteninseln verbindet, hier ist recht viel Verkehr. Von der E10 führen viele kleine Straßen ab, wo es schnell deutlich ruhiger wird und man die Natur noch besser geniessen kann.


Landschaft

Norwegen als Land hat uns ja schon sehr beeindruckt, aber die Lofoten haben das nochmal gesteigert. Wie oben schon geschrieben, treffen hier Berge (zu unserer Reisezeit schneebedeckt) und das Meer auf engstem Raum aufeinander. Man hat das Gefühl, dass man Alpen und Nordsee gleichzeitig besucht. Viele der Seen waren – zumindest teilweise – zugefroren, das sah mit den gebildeten Eisschollen wunderschön aus. Und dort, wo es nicht zugefroren war, spiegelten sich die hohen Berge drin.

Nicht überraschend, gibt es auf den Lofoten viele Strände. Überraschend aber vielleicht schon, dass das Wasser hier teilweise aussieht wie in der Karibik.


Polarlicht

Das Nordlicht war für uns eigentlich DER Reisegrund für eine Winterreise auf die Lofoten. Da die Lofoten nördlich des Polarkreises liegen, sollte hier die Chance nochmal höher sein als in Island. Wir waren also gespannt und voller Hoffnung.

So wie wir das Wetter ständig checkten, prüften wir auch den KP-Wert, also die Vorhersage für die Intensität des Nordlichtes. Denn nur wenn ein guter KP-Wert und ein (teilweise) wolkenfreier Himmel zusammenkommen, hat man auch eine Chance, das Licht zu sehen und zu fotografieren. Und auch wenn wir mit dem Wetter eher Pech hatten, war es zum Glück so, dass immer genau an den trockeneren Tagen auch der KP-Wert hoch war und so kamen wir in den tollen Genuss, mehrfach Polarlichter zu bestaunen. Teilweise bedeutete das aber auch, mitten in der Nacht nochmal aufzustehen, und durch tiefverschneite Straßen zu fahren…


Fotografie

Die Lofoten sind ein Paradies für (Hobby)Fotografen. Die Motive reihen sich nur so aneinander, und das zu den unterschiedlichsten Tageszeiten. Stabile Stative waren unerlässlich, auch wenn es ab und zu fast zu windig dafür war. Wir waren mit Systemkameras von Olympus unterwegs. Insbesondere für die Polarlichtfotografie kamen dann besonders lichtstarke Objekte zum Einsatz. Neben der Technik war teilweise guter Regenschutz für Kamera und Objektiv notwendig und für die “Fotografen” dicke, abklappbare Handschuhe, gefütterte Gummistiefel und kleine Heizkissen für Füße und Hände.

6 Kommentare

  1. Liebe Ulli, lieber Eric, eure kleine Bildervorausschau ist der Hammer! Diese tollen winterlichen Eindrücke in ihren kühlen Farben sind wirklich ganz bezaubernd! So eine Winterreise würde mir ganz sicher auch sehr gut gefallen, vor allem, wenn man dann auch noch mit Polarlichtern belohnt wird. Ganz großes Kino! Ich freue mich jetzt schon auf euren Bericht und mehr Bilder.

    • Liebe Elli,
      Vielen Dank für dein tolles Feedback 😊. Das motiviert doch, auch bald mit dem ausführlichen Bericht anzufangen. Euch hätte es da oben sicher auch gefallen. Aber das Wandern hätte euch sicher auch etwas gefehlt (so wie uns) – da muss man unbedingt auch nochmal zu einer anderen Jahreszeit hin 😉…

      Liebe Grüße. Ulli

  2. Hi Ulli+Eric,
    wie wunderschön, eure Bilder.
    Ich freue mich, dies alles anzuschauen 🙂
    Viele Grüße, Michael

  3. Hallo Ulli und Eric,

    Schön dass euch die Lofoten auch so faszinieren.Wir leiben die Lofoten auch.
    Wir waren bereits 6 mal zu Fischen auf dem Lofoten.zweimal davon sogar im Winter, ein ganz besonderes Erlebnis!
    Die Lofoten faszinieren mich noch mehr als die USA.Nicht mal Alaska konnte da mit halten.
    Übrigens profitierte ich gerade von deinen Erfahrungen, welche du im WOMO Forum niederschreibst.
    Dort gibt es so viel von dir zu lernen, zu den Lofoten könnte ich ja vielleicht Tips geben.

    Gruß Bernd
    (Kornado)

    • Hallo Bernd,
      freut uns, dass du auf unserer Seite stöberst. Die Lofoten empfanden wir auch als etwas ganz Besonderes. Die Naturhighlights sind einfach nochmal viel dichter als in Alaska. Wobei ich mir diverse Ziele in Nordamerika im Winter auch total schön vorstelle. Das war bestimmt nicht unsere letzte Lofotenreise. Vielleicht kommen wir ja nochmal mit ein paar Fragen auf dich zu 😉 . Warst du da oben auch schon mit Wohnmobil?

      Viele Grüße, Ulli

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