Denali Nationalpark – Teil 2

31.08.2016 – Ein Traumtag – Busfahrt in den Denali Nationalpark

Campground StartSavage River CG, Denali NP, Alaska
Campground ZielSavage River CG, Denali NP, Alaska
gefahrene Kilometer0
Highlights & WanderungenDenali NP
Bustour durch den Park
Wanderungen am Eilson Visitor's Center

Wir hatten uns den Wecker auf 05:30 gestellt, denn wir hatten schon vor langer Zeit die frühe Shuttlebustour in den Denali Park gebucht. Wieder deuteten Eisblumen an den Fenstern auf eine frostige Nacht hin, trotzdem verzichteten wir auf die Heizung, um unsere schwache Batterie zu schonen und stellten direkt das Kaffeewasser auf.

Flott angezogen, Kaffee und Müsli vertilgt, die Rucksäcke fertig gepackt, warm angezogen und los ging’s zur Bushaltestelle. 06:45 sollte der Bus am Savage CG vorbeikommen. Kam er auch, der Bus war pünktlich, wir stiegen ein und konnten noch einigermaßen frei Sitzplätze wählen, setzten uns auf die rechte Seite (mit dem Gedanken, dass dort das Fotolicht besser wäre, weil die linke Seite gegen die Sonne würde fotografieren müssen). Später teilten wir uns auf, weil auch die Fotohighlights (z.B. der Denali) meistens auf der linken Seite auftauchten.

Am Teklanika CG stieg noch eine größere Gruppe ein und füllte den Bus komplett auf. Es mussten sogar einige zurückbleiben. Der Busfahrer (Mike) erzählte immer mal wieder etwas über den Park, seine Stimme war noch eine Oktave tiefer als Johnny Cash, außerdem eher ein Flüstern, wir verstanden ihn kaum. Wurde aber im Lauf des Tages besser.

Nach ca. einer Stunde gab es die erste Pause an einer Rest Area. Auch wenn wir den ersten Shuttle Bus gebucht hatten, waren außer uns noch einige Busse mehr unterwegs. Neben den Shuttlebussen (grün) gibt es die um einiges teureren Tourenbusse (Beige). Auch wenn die Sonne schon schien, war es noch eiskalt und der Boden gefroren.

Die ersten Stunden vergingen einigermassen ereignislos, außer einigen Dallschafen war nix zu sehen. Abgesehen von der beeindruckenden Natur.

Dann ging’s aber direkt los, die erste Bärensichtung. Ein Grizzly auf der rechten Seite, der sich von den an der Straße stehenden Bussen nicht stören ließ. Direkt anschließend eine Grizzly-Mama mit zwei Cubs, die sich auf der gleichen Wiese vergnügten. Das war großes Kino, das Fotografieren war zwar schwierig (die Bären doch ein Stück weg), außerdem gingen die Fenster im Bus schlecht auf und natürlich wollten auch alle Businsassen von links gerne rechts fotografieren. Toll war es auf jeden Fall, Bären so in ihrem natürlichen Umfeld zu sehen…

Ziemlich oft gab es kurze Pausen, die Johnny Cash zum Rauchen nutzte, das gab uns Zeit, ausgiebig zu fotografieren. Der Denali zeigte sich immer wieder, bei jedem Mal kam er näher und wurde größer, es war toll anzuschauen. Am Eilson Visitor Center präsentierte er sich besonders fotogen, hier wollten wir später noch eine Wanderung machen.

Erstmal fuhren wir aber weiter mit bis zum Wonderlake, uns spukte natürlich der Denali als Spiegelung im See durch den Kopf. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Wir hatten am Wonderlake angekommen nur 25 min Zeit, wenn wir mit dem gleichen Bus wieder die Rückfahrt antreten wollten. Außerdem stellten wir fest, dass der Wonderlake nicht zwischen der Straße und dem Denali liegt, sondern dass man erstmal um den See rumlaufen müsste, um den Denali hinter dem See sehen zu können. Dann war es so windig, dass sich im See vermutlich gar nix spiegelte, ausserdem stand die Sonne so hoch hinter dem Denali, dass seine Vorderseite im Schatten lag. Die bekannten „Wonderlake-Bilder“ sind wohl überwiegend nicht am Wonderlake, sondern am Reflection Pond aufgenommen, einem kleinen Teich in der Nähe. Außerdem hatte das Fireweed auch nicht das leuchtende Rot, dass man sich für das Foto wünschen würde.

Wer also dieses berühmte Denali-Bild mit der Spiegelung im Wonderlake machen möchte, sollte sich vorher gut informieren, am See übernachten, den richtigen windstillen Zeitpunkt erwischen und überhaupt viel Glück mit dem Wetter haben. Wie wir von Mike erfuhren, gibt es im Denali NP ca. ein Dutzend professionelle Fotografen, die sich dort frei bewegen können und übernachten können wo sie wollen. Da sind die Voraussetzungen für tolle Bilder schon einen Tick besser.

Wir verzichteten auf den Marsch zum Wonderlake, sondern spazierten zum CG, der wirklich absolut idyllisch liegt. Hinter dem CG war sehr schön der Denali, wenn auch wegen des Sonnenstands eher im Schatten.

Wir schauten uns ein bisschen um und fuhren dann mit dem gleichen Bus zurück bis zum Eilson Visitor Center.

Dort angekommen, verließen wir den Bus, wir wollten uns noch ein bisschen bewegen. Statt hoch auf den Hügel zu stapfen, gingen wir vom Visitor Center ein bisschen bergab Richtung (völlig ausgetrocknetem) Fluss – das war der deutlich entspanntere “Tundra Loop Trail”.

Gegen 15 Uhr meldeten wir uns dann beim Dispatcher für die Buszuweisung für die Rückfahrt. Schon auf dem zweiten Bus waren Plätze frei, also ging es zurück Richtung Parkausgang. Wir hatten Glück und sahen nochmal einen Grizzly, später noch einen Karibu-Bullen. Elche gab es auch zu sehen…

Ca. um 17:30 waren wir zurück an unserem CG, die Bustour war für uns eine tolle Sache und ist absolut empfehlenswert. Auch die Strecke bis zum Wonderlake ist sehr schön, die Landschaft ist toll, Denali-Spiegelung hin oder her.

Auf dem CG legten wir bei einem Bier die Füsse hoch, später gab es wieder Grill und Lagerfeuer.

Und so ging ein wieder besonders schöner Tag des Urlaubs zu Ende.


01.09.2016 – 01.09.2016 – Letztes Wandern im Denali NP und dann ab nach Süden

Campground StartSavage River CG, Denali NP, Alaska
Campground ZielLittle Susitna CG, Houston, Alaska
gefahrene Kilometer314
Highlights & WanderungenDenali NP
Horseshoe Lake Trail

Heute hieß es Abschied nehmen vom Denali NP. Wir hatten zwar noch eine weitere Reservierung auf dem Savage CG, aber das war eher als Puffer gedacht und nachdem nun auch die Batterie leergesaugt war und der Kühlschrank nicht mehr lief (der Rest war eigentlich egal), mussten wir wieder „auf die Straße“.

Aber erstmal wollten wir noch eine letzte Wanderung im NP unternehmen. Dafür fuhren wir die 13 Meilen vom Savage CG zurück zum Parkeingang. Das reichte schon mal, um die Batterie wieder soweit aufzuladen, dass der Kühlschrank sich wieder anschalten ließ.

Bevor die Wanderstiefel geschnürt wurden, gab es noch ein schnelles Wetterupdate im VC für die nächsten Ziele, vor allem die Kenai-Halbinsel. Leider hielt die Schönwetterphase nicht mehr lang an. Ab Sonntag war viel Regen angesagt, blöd, da wollten wir doch unsere Bootstour machen. Aber erstmal egal, heute (Donnerstag) schien die Sonne und die wollten wir nutzen.

Also schnell wanderfertig gemacht und auf ging es vom VC aus zum Horseshoe-Lake-Trail. Dieser Trail hat kaum Steigung und auch eine überschaubare Entfernung, deshalb ist er auch recht beliebt. Trotzdem waren nicht allzu viel Leute unterwegs und wir genossen diese Wanderung nochmal sehr. Um vom VC zum Trailhead zu kommen, musste man einen kurzen Weg entlang der Bahngleise nehmen. Der Weg führte zunächst durch den Wald und man bekam tolle Blicke von oben herab auf den See. Nach einem kurzen Abstieg erreichten wir das Ufer des Horseshoe Lake – eine wunderschöne Idylle.

Ein kurzes Stück streifte der Trail auch den Nenana River, bevor es am Seeufer entlang weiterging.

Am Ende des Trails wartete ganz überraschend noch ein richtiges Highlight auf uns. Eine Elchkuh graste mit ihren beiden Jungen im Wasser und ließ sich überhaupt nicht stören. Wow!

Das war ja mal ein toller Abschied vom großartigen Denali Nationalpark!

Bevor es auf die Straße ging, nutzten wir noch schnell die kostenlose Dumpingstation am Parkeingang. Nun hieß es aber los, denn mittlerweile war es schon 13 Uhr. Aufgrund der recht schlechten Wetterprognose beschlossen wir, heute so weit wie möglich zu fahren, um ggf. schon einen Tag früher, nämlich morgen, in Seward anzukommen. Deshalb stoppten wir auch nur kurz im Denali Statepark (dort hatten wir eigentlich eine Wanderung um den Byers Lake geplant), und genossen nochmal die Ausblicke auf den Denali. Generell war es toll, auf dem Park Highway zu fahren, denn der Denali war ständig zu sehen, teilweise auch recht nah.

Auch Talkeetna ließen wir links liegen. Wir hatten zwar mal kurz drüber nachgedacht, einen Rundflug über den Denali zu machen, gerade bei dem noch guten Wetter, andererseits hatten wir den Berg in den letzten Tagen so toll erlebt und gesehen, da brauchte es diesen Flug nicht unbedingt. Also weiter in Richtung Süden.

Gegen 18 Uhr entschieden wir uns für einen staatlichen CG in Houston (einem kleinen Ort ca. 60 Meilen nördlich von Anchorage). Der Platz lag im Wald, hatte eigentlich recht viele Sites, aber außer dem Host und uns war niemand zu sehen. Wir waren ein wenig skeptisch, ob die ca. 300km lange Fahrt ausreichend war, um unsere Batterie ausreichend zu laden, denn hier gab es – wie eigentlich generell auf den staatlichen CG in Alaska (und auch Yukon) keine Anschlüsse.

Es war heute doch einige Grad milder als im Denali NP und so genossen wir unser Lagerfeuer und die spät untergehende Sonne.


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2 Kommentare

  1. Habe euren Beitrag mit Spannung gelesen, sehr schöne Bilder und gut geschrieben. Sehe ich das richtig das man den Park mit dem eigenen Auto befahren kann? Oder kommt man ab dem Visitor Center nur mit dem Bus in den Park? Wir haben selber vor mit einem Pick up Camper Alaska zu besuchen 🙂

    • SChön, dass dir unser Bericht gefällt. Mit dem eigenen Auto / Camper darf man nur das erste Stück der Parkroad fahren – ungefähr bis zur Meile 15. Dort ist ein Parkplatz am Savage River Trail. Kurz vorher (ca. Meile 13) befindet sich der Savage River CG. Da darf man natürlich auch hin, wenn eine Reservierung hat. (egal ob man online reserviert oder auf “Glück” hinfährt, muss man sich am Parkeingang anmelden).
      Ausnahme gibt es für den Teklanika CG, der ca. an Meile 35 ist. Wenn man dort eine Reservierung hat, darf man bis dahinter fahren und nur dann. Und man darf dann auch genau nur einmal zurückfahren, wenn man den Park verlässt.
      D.h. richtig auf die Denali Road kommt man nur mit einer Bustour.

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