Tag 16 – 17: Auf nach Schweden: Atoklinten-Wanderung und Besuch einer Huskyfarm


04.09.2021 (Sa) – Von Norwegen nach Schweden – Wandern am Atoklinten – dann nach Sorsele

Campingplatz StartParkplatz an der E12, Nähe Mo I Rana, Norwegen
Campingplatz ZielSorsele Camping, Schweden
gefahrene Kilometer287
Highlights / WanderungenWanderung Atoklinten (13km, 500HM)
WetterSonne & blauer Himmel den ganzen Tag

Als wir am Morgen aufwachten und aus dem Fenster schauten, hatte sich auf der Holzbank vor unserem Fenster eine hübsche Eisschicht gebildet. Es war ganz schön kalt geworden in der Nacht, dafür schien jetzt die Sonne. So ließ es sich aushalten.

Die Entscheidung, unsere Reise angesichts des besseren Wetters, in Schweden fortzusetzen, war ja quasi schon am Vortag gefallen, wir fuhren auf der E12 also weiter ostwärts und erreichten bald die schwedische Grenze. Nach Schweden einzureisen, stellte sich als völlig problemlos heraus, keine Straßensperren, keine Kontrollen, nichts. In der Gegenrichtung wurden die Einreisenden sehr genau kontrolliert, für die Einreise musste man zweifach geimpft sein. Der Landschaft war’s egal, sie war entlang der E12 auf beiden Seiten der Grenze sehr schön. Wir wollten das schöne Wetter ausnutzen und wandern gehen, mussten aber noch die richtige Tour finden.

Wir hatten gelesen, dass Hemavan/Tärnaby eine schöne Wanderregion sein sollte und dort auch diverse Touren gefunden. In Hemavan (dort endet übrigens Schwedens berühmeteste Fernwanderung – der Kungsleden, der im Abikso NP startet) gab es auch eine Seilbahn, die in ein Wandergebiet führte. Wir hielten kurz am Parkplatz der Seilbahn an, allerdings war es richtig voll – kaum ein Parkplatz für unseren Camper und die Leute standen Schlange. Es war Samstag und dazu Bombenwetter, das war uns zu viel Betrieb. Also fuhren wir erstmal weiter.

Wir suchten uns eine sehr gut klingende Tour aus und merkten erst beim Fahren, das der Weg zum Trailhead einen Umweg von 25km (one way) mit sich brachte, leider nach Süden in Richtung der norwegischen Grenze. Das ärgerte uns etwas, da wir schon auf der E12 eher in südlicher Richtung gewesen waren, das wirkte etwas “ineffektiv”. Hoffentlich würde sich der Umweg lohnen.

Die Wanderung führte uns zum Atoklinten (manchmal auch Atoklimpen genannt), einem heiligen Berg der Samen. So gab es zusätzlich zum Wandern, noch ein bisschen Landeskunde und Geschichte, die Wanderung war toll, eine circa 12km lange Rundwanderung mit schöner Aussicht auf die Bergwelt der Gegend. Auch hier war ganz schön Betrieb, viele schwedische Familien waren mit ihren Kindern unterwegs, dazu auch viele Wandergruppen, die Schweden schienen uns ein wanderfreudiges Volk zu sein.

Als wir gegen 15 Uhr wieder am Camper waren, waren wir ganz schön platt, eigentlich hatten wir keine so lange Tour geplant. Trotzdem (oder gerade deswegen) wollten wir noch ein Stück fahren, um wieder die Kurve nach Norden zu bekommen. Wir fuhren noch ca. 2h bis nach Sorsele, dort fanden wir einen schönen Campingplatz (unter deutscher Leitung) und dort einen sehr schönen Platz direkt am See. Wir nutzten die Gelegenheit zum Wäsche waschen, saßen noch eine Weile am See, allerdings wurde es schnell ganz schön kalt, sobald die Sonne weg war.

Unsere Tagestour (Autofahrt) als Map:

Unsere Wandertour als Map (12,8km, ca. 500HM):


05.09.2021 (So) – Schwedische Idylle, eine türkisfarbene Quelle und ganz viele Huskys

Campingplatz StartSorsele Camping, Schweden
Campingplatz ZielFlyHu Lodge Arvidsjaur, Schweden
gefahrene Kilometer128
Highlights / WanderungenWanderung zur Quelle Grodkällan
Huskyfarm
Wettertrocken, aber recht bewölkt

Nach dem aktiven Vortag ließen wir es etwas ruhiger angehen und schliefen erstmal aus. Dann wurde auf dem Campingplatz noch gemütlich gefrühstückt und ausgecheckt, nach einem Einkauf (ja, in Schweden haben selbst in kleinen Orten sonntags die Supermärkte ein paar Stunden geöffnet) ging es gegen 13:00 Uhr weiter auf den Inlandswegen, die E45. Die Straße wurde gerade an vielen Stellen ausgebessert und war deswegen oft nur eine Gravelroad, was uns doch etwas überraschte.

Von irgendwoher hatten wir den Tipp für einen kleinen Ausflug zur Quelle Gordkällan (deutsch: Froschquelle), nördlich von Arvidsjaur, bekommen. Warum nicht? Von der E45 ging es auf eine schmalere Gravelroad, glücklicherweise ohne Gegenverkehr. Wir dachten schon, wir hätten uns verfahren, so einsam war’s hier, aber am Parkplatz standen tatsächlich ein paar PKWs.

Der Weg sollte nicht lang sein, dafür aber oft recht nass, deswegen entschieden wir uns für Gummistiefel. Bevor wir losliefen, fragten wir noch per Mail bei der “FlyHu-Lodge” nach, ob sie später einen freien Stellplatz für uns frei hätten. Dann ging’s los, über einen Bohlenweg ging es über’s Moor zu einer Quelle mit türkisfarbenem Wasser. Ganz hübsch anzuschauen,

Dann machten wir usn auf den Weg. Auf Bohlenwegen ging es übers Moor zur Quelle. Das türkisfarbene Wasser war nett anzusehen, nicht unbedingt ein Must-See, aber ok.

Es ging den gleichen Weg wieder zurück. Als wir am Camper ankamen, hatten wir eine nette Antwortmail von der FlyHu-Lodge, dass wir gern kommen könnten und sie sich auf uns freuen. Wir freuten uns ebenfalls, dass das klappte, wir waren nicht weit weg – zurück auf den Inlandsvegen E45 und dann ein Stück nach Norden zur FlyHulodge.

Wir wurden direkt nett begrüßt und eingewiesen, außer uns war noch ein Wohnwagen “zu Gast”. Die beiden Betreiber der Huskyfarm waren Schweizer. Wir bekamen direkt eine Führung über die Farm und erlebten die Hunde hautnah, das war echt toll. Neben den Campern brannte ein Lagerfeuer, hier konnten wir schön warm sitzen.

Als es kalt wurde, ging es in den Camper zurück, wo wir uns ein paar leckere Sandwiche machten. Irgendwann klopfte es an der Tür. Wolf, der Besitzer der Farm, stand vor dem Camper und fragte uns, ob wir die neue Grillhütte einweihen wollten. Wie cool – da hatten wir ja den perfekten Tag ausgesucht – wir waren die ersten Gäste, die die neue Errungenschaft der beiden ausprobieren durften. Gemeinsam mit den anderen Campinggästen verbrachten wir einen total netten Abend in der urigen Hütte.

Die Nacht war dann nicht ganz so ruhig wie sonst – wenn einer der Hunde anfing zu bellen, stimmten alle anderen direkt mit ein. Das war schon ein ordentliches Konzert. Wolf hatte uns am Abend erzählt, dass manchmal Bären am Rande der Farm auftauchten und dann die Hunde bellten. Wahrscheinlich war es in dieser Nacht kein Bär (wer weiß?), trotzdem irgendwie aufregend 🙂

 


Die Fahrtstrecke der letzten 2 Tage als Map:


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4 Kommentare

  1. Liebe Ulli, lieber Eric
    Eure Reiseberichte sind sehr inspirierend und eure Fotos sind super, ich besuche eure Seiten immer wieder mal und es macht mir viel Freude, sie zu lesen. Da ich im kommenden Herbst eine Tour durch Norwegen von Oslo bis Tromsø plane, profitiere ich sehr von euren Erfahrungen. Dafür möchte ich euch herzlich danken.
    Viele Grüsse Monika

    • Hallo Monika,
      das freut uns sehr zu lesen, dass wir dich für deine Reise inspirieren können. Vielleicht kommt noch die ein oder andere Reiseidee in den folgenden Abschnitten. 😉 Herbst ist für uns die perfekte Reisezeit für den Hohen Norden. Viele Grüße, Ulli

  2. Beeindruckende Reiseberichte, auch dieser. Ich war vor ein paar Jahrn, von Hemavan kommend auf dem Atoklimpen. Ich bin dann aber über Norwegen, ein Stück die 73, dann die 804 nach Süden und bei Nerli die 7346 Richtung Osten gefahren, die dann wieder in Schweden ihre Fortsetzung mit dem “Sagavägn” Richtung Kittelfjäll und Dikanäs findet. Tolle Strecke mit mit eindrucksvollen Rastplätzen als Ausgangspunkte für kürzere und längere Wanderungen.

    • Hallo Rudolf,
      ja, eine wirklich tolle Ecke, die mit Sicherheit noch mehr Zeit verdient. Die 73 wäre sicher der direktere Weg aus Norwegen gewesen, aber so hatten wir am Vortag immerhin die Polarlichter in Mo I Rana. Wer weiß, ob das soviel südlicher funktioniert hätte 😉 VG, Ulrike

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