Tag 9: Trekkingtour durch den Jotunheimen NP – Vom Russvatnet zur Memurubu


12.08.2018 (So) – Trekkingtour durch den Jotunheimen NP – Tag 2 – Vom Russvatnet zur Memurubu Hütte

Campingplatz StartZelten am Russvatnet
Campingplatz ZielZeltplatz an der Memurubu Touristenhütte
gefahrene Kilometer0
Highlights / WanderungenJotunheimen NP
Wandertour vom Russvatnet zur Memurubu an den Gjendesee (ca. 21km, 700/880 HM)
Wetterteils sonnig, teils wolkig, aber immer trocken

*** Übersicht über unser 3-tägiges Trekkingabenteuer (Karten & technische Daten) auf  vorherigem Reiseabschnitt ***


Wie erwartet wurde die Nacht richtig kalt, unsere Schlafsäcke sollten eigentlich bis 0 Grad ok sein, trotzdem war’s eher kühl und der Schlaf deswegen nur mittelprächtig. Entsprechend waren wir sehr früh wach, es dauerte ein bisschen, bis wir uns aus den Schlafsäcken schafften. Nachts hatte es noch ein bisschen geregnet, aber jetzt schien die Sonne und lockte uns nach draussen.

Zum Frühstück gab’s heißen Tee und unser “Anrührmüsli”. Hungrig waren wir noch nicht, so frühes Essen waren wir auch nicht gewohnt, hatten aber keine Lust, die Kochutensilien später nochmal rauszukramen, also wurden ordentlich Kalorien getankt.

Nach dem Frühstück packten wir zusammen, verstauten das fast trockene Zelt und alles Andere wieder in die Rucksäcke, dann ging es los. Die Wanderer, die am Vortag noch an unserem Zeltplatz vorbeigelaufen waren, hatten ihre Zelte ein bisschen weiter hinten aufgestellt und waren noch mit frühstücken oder zusammenpacken beschäftigt, als wir vorbeiwanderten. Wir waren scheinbar wirklich früh dran.

Der Weg führte noch eine ganze Teile direkt am Russvatnet in westlicher Richtung entlang, entfernte sich dann aber vom See, so dass ein paar Höhenmeter zusammenkamen.
Irgendwann kamen wir an eine ziemlich wacklige Hängebrücke, die überwunden werden musste, um einen tosenden Bach zu überqueren. Ein bisschen Schwindelfreiheit war ganz hilfreich, wir vertrauten der Technik und kamen sicher auf die andere Seite.

Nach ca. 6 km machten wir die erste Pause. Mit jeder kleinen Mahlzeit wurden unsere Rucksäcke ein bisschen Stück leichter. Wir hatten insbesondere Müsliriegel, Studentenfutter und auch einige Bananen dabei. Die Bananen hatten schon ein wenig gelitten und es wurde Zeit, dass sie gegessen wurden. 😉

Von diesem höchsten Punkt unserer Tagesetappe ging es dann wieder hinunter zum Russvatnet, der See nahm einfach kein Ende und führte in südlicher Richtung weiter. Irgendwo am Ende des Sees erwarteten wir unser Tagesziel, die Memurubu-Hütte, bzw. den angeschlossenen Campingplatz, wir hatten uns auf eine Etappe von ca. 17km eingestellt. Der Weg zog sich ganz schön, das Gelände war teilweise nicht so einfach, ein Weg nicht immer zu erkennen, teilweise war es schlammig, immer wieder ging es auf Trittsteinen über kleine Bäche oder Feuchtgebiete, oft musste jeder Schritt gut überlegt sein. Bei Ulli ging das einmal ganz schön schief 🙂

Nach 11km die nächste Pause, wieder Bananen, Studentenfutter für die Energiespeicher, inzwischen war’s schon ca. 14:00 Uhr. Als wir endlich das Ende des Russvatnet erreicht hatten, war die Memurubu-Hütte immer noch nicht zu sehen, wo versteckte sich dieses Ding denn nur?

Der Weg führte in einen großen Talkessel hinein, der rundherum von Bergen umgeben war. Da weit und breit keine Hütte zu sehen war, ahnten wir es langsam – über einen der Bergrücken mussten wir wohl noch drüber. Wir waren inzwischen gut 7h unterwegs und waren mittlerweile etwas platt, hätten zwar irgendwo unser Zelt aufstellen können, wollten es aber schon lieber noch bis zum Zeltplatz schaffen. Wenig später sahen wir, wo wir hoch mussten, ziemlich steil ging es nochmal 300 Höhenmeter hinauf auf eine Art Hochplateau, auf dem auch der Pfad zum Besseggengrat abging. Plötzlich waren wir auch nicht mehr alleine unterwegs, sondern hatten wieder ganz viel Gesellschaft.

Nur wenige Meter weiter eröffnete sich ein toller Blick ins Tal und wir sahen den herrlich türkis schimmernden Gjendesee und auch die Memurubu-Hütte. Dieser Ausblick liess fast die Strapazen der letzten Stunden vergessen. Gut, dass wir uns entschlossen hatten, nicht schon vor dem Bergrücken unser Zelt aufzuschlagen.

Aber nun hieß es, noch den Abstieg zur Memurubu-Hütte zu schaffen. Es ging auf zwei Kilometern nochmal gut 400 Höhenmeter runter, also ziemlich steil und auf teilweise nassen Felsen, weil einige Bäche über den Track führten.

Nach ziemlich genau 8h reiner Gehzeit bogen wir erschöpft und auch glücklich an der Memurubu-Hütte ein, buchten uns einen Stellplatz auf dem Campingplatz, besorgten uns Duschmarken und fanden für unser Zelt ein tolles Plätzchen am Gjendesee in der Sonne mit Blick auf die umliegenden Berge. Erstmal gab’s Abendessen, wir waren hungrig.

Später genossen wir die Dusche und gönnten uns in der Hütte noch ein sehr teures norwegisches Bier. Das hatten wir uns verdient. Draussen war’s mittlerweile wieder richtig kalt, also blieben wir bis zur Hüttenschließung im Warmen sitzen und planten den nächsten Tag. Klar war, dass wir zurück nach Gjendesheim wollten, nicht klar war, welche der drei Möglichkeiten wir wählen würden:

  • die Wandertour über den legendären Besseggengrat (ca. 900 Höhenmeter und 17km bis zum CG),
  • die Wandertour am Ufer des Gjendesees entlang (flach und ca. 13 km bis zum CG) oder
  • die Bootsfahrt bis Gjendesheim (3km dann noch bis zum CG)

Wir waren beide von den letzten beiden Tagen ganz schön platt, für den Besseggengrat waren unsere Rucksäcke auch ganz schön schwer. Ulli war gar nicht so verrückt auf den Grat, Eric wollte die Wanderung gerne machen, also sollte es so funktionieren: Ulli wollte das Boot nach Gjendesheim nehmen, Eric machte aus seinem schweren Rucksack einen leichten Rucksack, in dem er große Teile des Rusack-Inhalts in einem separaten Packsack mit dem Schiff nach Gjendesheim bringen ließ. Das kostete umgerechnet ca. 7,- EUR, definitiv eine lohnende Geschichte, um mit Tagesrucksack über den Besseggen zu wandern.

MIt dieser Entscheidung ging’s in’s Zelt, es war immer noch hell. Geschlafen haben wir etwas besser als am Vortag, richtig erholsam war’s allerdings wieder nicht, bei ca. 4° sollten wir auch wieder nicht in’s Schwitzen kommen.


unser Track (der heutige Tag ist der dunkelblaue Abschnitt) und das Höhenprofil:

(21 km und 700 Meter Aufstieg / 880 Meter Abstieg)


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