Tag 7: Von Ogna zum Preikestolen

Campground StartOgna Camping
Campground ZielPreikestolen Camping
gefahrene Kilometer87
Wettererst Regen, nachmittags besser

31.05.2017 – Von Ogna in Richtung Preikestolen

Fluch der Technik, unsere Smartphone-App kündigte uns an, dass das Wetter am Preikestolen schon am Freitag, also übermorgen, nix mehr taugen würde, also forcierten wir unsere Planung und fuhren schon am heutigen Tag Richtung Preikestolen, am Folgetag sollte tolles Wetter für die Wanderung sein. Der eigentliche Plan wäre für heute Stavanger gewesen, aber so wurde der Stadttag zugunsten der Wanderung kurzerhand gestrichen.

Wir fuhren im leichten Regen vom Campingplatz, erstmal Richtung Sandnes/Stavanger. Zunächst führte der Weg ziemlich direkt an der Küste an auf einer der Norwegischen Landschaftsrouten – auf der “Jaeren”-Route. Ganz untypisch für Norwegen siehts hier ein bisschen wie in Nordfriesland aus – flach, Kühe und Blick aufs Meer.

Dann ging es Richtung Lauvvik auf die Fähre nach Oanes. Diese Fähre verkehrt aller 30 Minuten, die Fahrt selbst dauert nur 10 oder 15 Minuten.

Mittlerweile regnete es durchgehend und kräftig, schon ein bisschen schade, aber ein saftiges Grün in der Landschaft gibt’s halt nicht, wenn’s nie regnet. Heute sahen wir von dem saftigen Grün allerdings nicht viel – dafür gab es tiefhängende Wolken und einen Scheibenwischer im Dauereinsatz. Unsere erste Fähre in Norwegen kostete uns 112 NOK, viel Andrang war nicht.

Anschließend fuhren wir direkt zum Preikestolen Campingplatz und kamen dort gegen 12:00 Uhr an, die Rezeption verwaist, man sollte sich einen Platz suchen. Das kannten wir schon und machten wir, fanden einen schönen Stellplatz auf der Wiese. Der Platz gefiel uns gut, es gibt mehrere Wiesen – Stellen mit und ohne Strom, angeblich Platz für 150 Camper. Viel war auch hier noch nicht los, in der Hauptsaison und abends siehts hier sicher anders aus…

Das Wetter? Es regnete, mal getröpfelt, mal genieselt, dann wieder mehr, dann wieder weniger.

Laut Prognose sollte das Wetter im Lauf des Nachmittags besser werden, uns spukte die Idee im Kopf herum, vielleicht noch am gleichen Abend zum Preikestolen zu wandern, um ihn abends zu erleben, und das Gleiche am nächsten Morgen zu wiederholen.

Irgendwann hörte der Regen auf und wir setzten uns auf die Mountainbikes, um noch kurz den Wanderparkplatz zu checken, wann macht er auf, was kostet’s, was muss man beachten?

Es sind nur vier Kilometer vom Campingplatz zum Wanderparkplatz, aber schon nach einem Kilometer war klar, dass es keine blöde Idee wäre, sich vorab das Höhenprofil einer kleinen MTB-Tour anzuschauen. 😉

Wir keuchten also vier Kilometer den Hügel hoch, Sportklamotten und Wasser – Fehlanzeige, sind ja nur ein paar Meter… Damit’s nicht langweilig wurde, ging’s die letzten 500m steil bergab, damit’s auf der Rückfahrt noch ein bisschen hochgehen konnte.

Der Parkplatz war trotz des schlechten Wetters sehr gut besucht und wir staunten wie groß er war. Wir fanden alles raus, was wir wissen wollten, die Berge rundum waren noch in Wolken, einige Wanderer erzählten uns, dass es keinen rechten Spaß gemacht hatte, die Wanderung ohne Sicht zu machen, dazu war’s kalt, die Felsen nass, also hatte sich unser Abendplan erledigt.

Parken kostet übrigens 200 NOK, also ca. 22 EUR – egal ob für ein Wohnmobil oder einen PKW. Früher war’s wohl billiger und man könnte sich über eine so üppige Parkgebühr aufregen. Im Nachhinein fanden wir den Preis aber eigentlich fair, schließlich ist das der “Eintritt” zu einem der spektakulärsten Naturhighlights in Südnorwegen. Wie wir am nächsten Tag feststellen durften, ist der Wanderweg super “maintained”, teilweise wurden (und werden) sogar Sherpas aus Nepal eingeflogen, um die steinigen Wege besser begehbar zu machen. Auch auf dem Parkplatz selbst waren einige Damen beschäfitgt, die Automassen kontrolliert auf die Parkplätze einzuweisen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten…

Wir fuhren mit den Rädern zurück zum Campingplatz, diesmal zum Glück mehr runter als hoch. Es gab dabei nochmal einen letzten Regenschauer, dann schien sich das Wetter zu stabiliseren. Also machten wir vom Campingplatz aus noch einen Spaziergang in die andere Richtung, kamen auf den Fuß- und Radweg zwischen Jorpeland und Oanes, die Sonne kam raus und wir konnten noch ein bisschen knipsen.

Der Abend auf dem Platz war sehr schön, die Sonne beleuchtete noch lange den Bach hinter der Zelterwiese, das gefiel uns gut. Wir wollten am nächsten Morgen sehr früh raus und früh wandern gehen, packten deswegen schon unseren Kram zusammen und hauten uns bald auf’s Ohr.


Tag 7 als Map:

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4 Kommentare

  1. Gabriele Fassler

    Hallo Ulli und Eric,
    auch bei Euren Bildern fällt mir auf dass das Grün nach dem Regen immer besonders kräftig leuchtet. Der Campground gefällt mir auf Euren Bildern sehr gut. Werner hat auch schon mal rein gesehen und meinte das wär doch was für nächstes Jahr mit unserem WoMo. Welche Reiseführer könnt Ihr denn als Lektüre empfehlen?
    Freue mich schon sehr auf den nächsten Tag und die Wanderung.
    Liebe Grüße Gabi

    • Hallo Gabi,

      Stimmt, das saftige Grün ist uns auch oft aufgefallen. Schön, wenn euch der Bericht für den nächsten Urlaub inspiriert. Bzgl. Reiseführer schau doch mal im ersten Abschnitt unter “Planung & Route”, da hab ich unten einige gute Reiseführer verlinkt.

      Liebe Grüße, Ulli

  2. Hallo Gabi,

    Apropos saftiges Grün, im Hardangerfjord laufen Mai/Juni, man möchte es kaum glauben, meist die
    Bewässerungsanlagen in den Obstbaumplantage .
    Will damit sagen, das Wetter ist oft wesentlich besser als dieses Jahr.
    @Ulli, euer Reisebericht gefällt mir richtig gut.👍

  3. Hi Ulli,
    mir gefällt das Grün auch ausgesprochen gut. Dafür braucht es halt Wasser von oben ;-). Ich hoffe ihr habt in diesem Jahr beständigeres Wetter.
    Liebe Grüße
    Sonja

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